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Projekte & Hintergründe

Moderne Werkstätten für die S-Bahn der Zukunft

380 Mitarbeitende in vier Werkstätten sorgen heute Tag und Nacht dafür, dass die BLS-Fahrgäste in sauberen, gut gewarteten Zügen pendeln und reisen können. Die Instandhaltung ist das Rückgrat, damit die Bahn zuverlässig funktioniert. Damit das so bleibt, muss die BLS ihre Werkstätten für das laufend ausgebaute Angebot und für längere Züge rüsten.

Die S-Bahn Bern soll auch langfristig effizient und zuverlässig funktionieren. Hierzu muss die BLS ihre Instandhaltungsanlagen modernisieren. Die BLS-Züge sollen ab dem Jahr 2025 an den beiden modernisierten Standorten Spiez und Bönigen sowie in einer neuen Anlage im Westen der Stadt Bern in Schwung gehalten werden.

Weshalb die BLS moderne Werkstätten braucht

Die Instandhaltung der Lokomotiven und der Züge ist das Rückgrat jeder Bahn. Wenn die Züge regelmässig und gut gewartet werden, fahren sie zuverlässig, sauber und sicher. Die Fahrgäste der BLS sollen sich wohl fühlen und pünktlich ankommen.

Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die wesentlichen Gründe für den Ausbau und die Modernisierung der heutigen Werkstätten sind vielfältig:

  • Immer mehr Menschen fahren mit der BLS. Heute sind es täglich 150'000 Fahrgäste, Prognosen gehen im Jahr 2030 von rund 260'000 Fahrgästen aus.
  • Neue und modernere Züge bedingen deutlich längere Hallen- und Gleisanlagen.
  • Die älteren Werkstätten sind in die Jahre gekommen. Die Werkstätte Oberburg wird aufgrund ihres Alters voraussichtlich 2025 aufgehoben.
  • Die Anlage Aebimatt im Westen des Bahnhofs Bern wird voraussichtlich 2020 aufgrund der Umbauarbeiten am Bahnhof Bern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Aktuell wartet die BLS 132 Züge und 84 Lokomotiven. Jeder Zug und jede Lok kommt einmal pro Woche in eine der Werkstätten.

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    Drei BLS-Werkstätten ab 2025

    Damit sie S-Bahn Bern auch in Zukunft effizient und leistungsfähig betreiben  kann, will die BLS die Instandhaltung ihrer Flotte langfristig an drei  Standorten sicherstellen.

    Werkstätte Spiez

    Die Anlage in Spiez wird in den nächsten Jahren umfassend saniert werden, um die leichte Instandhaltung auf dem östlichen Streckennetz der BLS für die kommenden Generationen zu sichern.

    Werkstätte Bönigen

    Die Werkstätte Bönigen wird in einer  Übergangsphase umgebaut und saniert, um die schwere Instandhaltung für grössere Reparaturen sicherzustellen. Sie wird längerfristig zum Kompetenzzentrum für die gesamten Arbeiten der schweren Instandhaltung ausgebaut.

    Geplanter Neubau im Chliforst Nord

    Der Verwaltungsrat der BLS AG hat im Herbst 2016 entschieden, der Empfehlung der Begleitgruppe «Werkstätte BLS» zu folgen und neben den Werkstätten Spiez und Bönigen einen Neubau im Gebiet Chliforst Nord im Westen von Bern zu planen. Hier soll in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bern, dem Kanton Bern und der betroffenen Bevölkerung voraussichtlich bis 2025 das schweizweit modernste Kompetenzzentrum für die leichte Instandhaltung von Zügen entstehen.

    Zusätzliche Kapazitäten in Givisiez

    Um die Übergangszeit zwischen dem Wegfall der Werkstätte Bern-Aebimatt (2020) und der voraussichtlichen Inbetriebnahme eines Neubaus (2025) zu überbrücken, hat die BLS mit den Transports publics fribourgeois (tpf) eine Vereinbarung unterzeichnet. Die BLS kann bei der tpf temporär Werkstattgleise in Givisiez mieten und damit in der Übergangszeit bis 2025 eine einwandfreie Instandhaltung der Fahrzeuge gewährleisten.

    Das Neubauprojekt

    Zwei Modernisierungen und ein Neubau

    Der Neubau im Gebiet Chliforst Nord im Westen der Stadt Bern sowie die weiteren Um- und Ausbauten in Spiez und Bönigen bieten mehrere Vorteile:

    • Die stark befahrenen Eisenbahnlinien rund um Bern machen es künftig immer schwieriger, mit den Zügen in die Werkstätten zu fahren. Eine Anlage nahe am zentralen Knoten Bern hilft, die Zufahrtstrecken zu Gunsten der Reisenden zu entlasten.
    • Die Betriebsstabilität und -flexibilität erhöht sich (z. B. rascher Ersatz von defekten Zügen).
    • Weniger und kürzere Leerfahrten in die Werkstätten reduzieren den Lärm für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Stromverbrauch.
    • Die Konzentration auf drei statt bisher vier Standorte erlaubt eine flexiblere Einsatzplanung der Mitarbeitenden.
    • Dank der besseren Auslastung der Werkstatt-Infrastruktur sinken die Betriebskosten – was auch im Interesse der Fahrgäste und Steuerzahlenden liegt.

    Der Neubau im Chliforst Nord

    Nach detaillierter Prüfung von insgesamt 42 Standortvarianten resultierte in der Empfehlung der breit abgestützten Begleitgruppe «Werkstätte BLS» das Gebiet Chliforst Nord im Westen der Stadt Bern als am besten geeignet für einen Neubau. Der Verwaltungsrat der BLS hat entschieden, dieser Empfehlung zu folgen.

    Die Dialoggruppe begleitet den Planungsprozess

    Die BLS ist sich bewusst, dass das Projekt im Chliforst Nord Konsequenzen für die betroffenen Anwohner und die Landschaft haben wird. Deshalb will sie betroffene Anwohner, Grundeigentümer und Interessengruppen über das übliche Mitwirkungsverfahren hinaus beteiligen. Die BLS setzt hierzu eine spezielle Dialoggruppe ein, welche eine aktive Rolle im Planungsprozess übernehmen soll. Sie soll lokal Betroffenen sowie Interessenvertretern eine Stimme geben und zu möglichst guten Lösungen für Mensch und Umwelt beitragen.

    FAQ: Neubau-Standort

    Warum braucht die BLS überhaupt eine neue Werkstätte?

    Das Bahnangebot wird laufend ausgebaut. Es fahren immer mehr und längere Züge. Die neue Werkstätte ist notwendig, damit die S-Bahn Bern auch in Zukunft funktioniert. Die BLS betreibt derzeit vier Werkstätten: Spiez, Bern-Aebimatt (beim Bahnhof Bern), Bönigen und Oberburg. Die Werkstätte Bern-Aebimatt, wo die BLS eingemietet ist, steht ab 2020 nicht mehr zur Verfügung. Die anderen Werkstätten in Spiez, Bönigen und Oberburg sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. Die Hallen sind zu kurz für lange Züge. Die BLS will und muss ihre Züge auch künftig gut instand halten können, um den Fahrgästen sichere, pünktliche und saubere Züge zu bieten. Deshalb braucht es eine neue Werkstätte.

    Hat die BLS mit Chliforst Nord den Standort gewählt, bei dem es am wenigsten Wiederstand gibt?

    Die BLS hat den Entscheid nicht leichtfertig gefällt. Sie ist sich bewusst, dass auch im Chliforst Nord Menschen und Landschaft beeinträchtigt werden. Diesem Umstand wird die BLS im Dialog mit den Betroffenen besonders Rechnung tragen. Die unabhängige Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hatte zuvor insgesamt 42 verschiedene Areale eingehend geprüft. Sie hat ihre Empfehlung für den Standort Chliforst Nord sorgfältig und nach gesamtheitlicher Abwägung getroffen. Auch der Gemeinderat der Stadt Bern bietet Hand dafür, in Chliforst Nord weitere Abklärungen mitzutragen.

    Wie viele Grundeigentümer sind in Chliforst Nord vom Neubau betroffen?

    In Chliforst Nord sind neben der Burgergemeinde und der Stadt Bern rund zehn Grundeigentümer tangiert. Mit ihnen steht die BLS in engem Kontakt. Im Gegensatz zu anderen geprüften Standorten müssen für die Werkstätte jedoch keine Gebäude weichen. Bei Bauprojekten ist leider immer jemand betroffen. Die BLS ist sich dieses Zielkonflikts bewusst: Einerseits fühlt sie sich den Direktbetroffenen gegenüber verpflichtet, andererseits steht die BLS gegenüber der Allgemeinheit in der Verantwortung. Denn am Ende sichert und stärkt der Bau der neuen Werkstätte den öffentlichen Verkehr für die ganze Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt. Und sie sichert Arbeitsplätze in der Region Bern.

    Hat die BLS die Anwohner im Chliforst Nord zu wenig miteinbezogen?

    Bei der Suche nach einem neuen Werkstatt-Standort hat die BLS viel gelernt. Mit der Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hat ein unabhängiges, breit abgestütztes Gremium eine fundierte Empfehlung erarbeitet. Darin waren auch lokale Vertreter eingebunden. Doch es ist klar: Für Direktbetroffene ist der Entscheid eine Belastung und schwierig nachzuvollziehen. Im weiteren Planungsprozess will die BLS gemeinsam mit Landbesitzern, Anwohnern und Interessengruppen möglichst umweltverträgliche und breit akzeptierte Lösungen finden. Dazu dient eine Dialoggruppe unter der Leitung von BLS-CEO Bernard Guillelmon. Gleichzeitig steht die BLS laufend im engen Kontakt mit den Direktbetroffenen.

    Ist Chliforst Nord als neuer Standort gesetzt? Oder gibt es noch Alternativen?

    Der BLS-Verwaltungsrat hat nach sorgfältiger Prüfung entschieden, der Empfehlung der Begleitgruppe zu folgen, die beiden Werkstätten in Spiez und Bönigen zu modernisieren und am Standort Chliforst Nord einen Neubau zu realisieren. Den Standort Chliforst Nord wird die BLS nun in enger Abstimmung mit dem Kanton und der Stadt Bern auf Bundesebene prüfen lassen. Einen hohen Stellenwert hat für die BLS, dass die Anliegen der Betroffenen und der Umweltverbände möglichst gut berücksichtigt werden können.

    Was tut die BLS, damit die Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt im Gebiet Chliforst Nord möglichst klein bleiben?

    Diese Frage hat bei der Projektierung des Neubaus hohe Priorität. Die BLS will über die strengen gesetzlichen Vorschriften hinaus auf die Anwohner und die Umwelt Rücksicht nehmen. Sie will gemeinsam mit den Betroffenen, Umweltorganisationen und Interessengruppen möglichst verträgliche Lösungen erarbeiten. Dazu dient unter anderem die Dialoggruppe Chliforst Nord, bei der alle Betroffenen zur Mitwirkung eingeladen sind.

    Warum baut die BLS die neue Werkstätte nicht in Flamatt, obwohl die örtlichen Behörden das Bauprojekt unterstützen würden?

    Die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hat 42 Standorte nach gesamtheitlichen Kriterien geprüft, darunter auch Flamatt. Der Standort Flamatt erwies sich als ungeeignet, weil das Areal zu schmal ist und weil ein Neubau bestehende Bauten tangieren würde. Auch wäre es schwierig, die Züge in die Werkstatt zu fahren, weil die Eisenbahnstrecke Bern–Freiburg bereits stark ausgelastet. Nicht zuletzt müsste für das Projekt die Autobahn überbaut werden  – dies wäre unverhältnismässig teuer.

    Für die Umweltverbände wäre der Standort in Niederbottigen besser, weil er näher bei der Stadt Bern und nicht auf der grünen Wiese liegt. Warum baut die BLS nicht dort?

    Das Argument der Umweltverbände ist gut nachvollziehbar. Ideal wäre es gewesen, eine Werkstätte auf einem leer stehenden Industrieareal zu bauen; leider gibt es einen solchen Standort im Raum Bern nicht. Die BLS will und kann eine neue Werkstätte nur dann realisieren, wenn die Gemeinde hinter dem Projekt steht. Für den Berner Gemeinderat ist Chliforst Nord die Lösung, die er unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Begleitgruppe mitträgt. Niederbottigen kommt hingegen nicht in Frage, weil die Stadtentwicklung verunmöglicht wird und weil dort mehr Anwohnerinnen und Anwohner von der Werkstätte betroffen wären.

    Wann wird gebaut?

    Die BLS steht noch ganz am Anfang der Planung. Vorgesehen ist, 2023 mit dem Bau der neuen Werkstätte zu beginnen und diese 2025 in Betrieb zu nehmen.

    Warum baut die BLS nicht einfach ihre bestehenden Werkstätten aus? Wäre dadurch ein Neubau im Westen von Bern nicht überflüssig?

    Die drei verbleibenden BLS-Werkstätten können leider nicht beliebig ausgebaut werden. Die Werkstätte Spiez wird zwar umgebaut, lässt sich jedoch im engen Gelände zwischen Strasse und Schiene nicht vergrössern. Die Werkstätte Bönigen wird erweitert, um ab 2025 die schweren Instandhaltungsarbeiten wie Revisionen, grosse Reparaturen und Umbauten dort zu konzentrieren. Die Werkstätte Oberburg ist zu klein und zu alt, bleibt jedoch bis zum Bau einer neuen Werkstätte wichtiges Standbein der Instandhaltung. Weil die Werkstätte Bern-Aebimatt ab 2020 wegfällt, ist die BLS gezwungen, einen neuen Standort zu suchen.  

    Warum muss die Werkstätte so nahe am Bahnhof Bern liegen?

    Die BLS wartet aktuell 132 Personenzüge und 84 Loks. Jeder Zug und jede Lok muss mindestens einmal pro Woche in einer Werkstätte gereinigt und gewartet werden, auch werden kleine Reparaturarbeiten ausgeführt. Je kürzer die Zufahrtswege sind, desto effizienter sind die Abläufe, tiefer die Kosten und kleiner die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Damit der Anfahrtsweg so kurz wie möglich ist, muss die neue Werkstätte so nahe wie möglich am Bahnhof Bern und damit beim Zentrum der S-Bahn Bern liegen.

    Kann die Werkstätte nicht unterirdisch oder in einen Berg gebaut werden?

    Das wäre theoretisch durchaus denkbar. Leider ist eine unterirdische Werkstätte aus Kostengründen nicht realisierbar. Die BLS wird aber versuchen, den Neubau so gut wie möglich in das bestehende Gelände zu integrieren und damit die Lärm- und Lichtemissionen auf ein Minimum zu beschränken. Überdies prüft die BLS, ob die Schiessanlage im Westen von Bern unter die künftige Werkstätte verlagert werden kann, wie dies die Begleitgruppe empfiehlt. Dadurch liesse sich der Schiesslärm für die Anwohner reduzieren.

    Kann die BLS nicht mit den SBB oder den RBS eine neue Werkstätte bauen?

    Mit der SBB führt die BLS regelmässig Gespräche mit dem Ziel, Synergien zu nutzen. Es wäre zum Beispiel sinnvoll, der SBB auf dem Werkstätten-Areal Abstellflächen für ihre Züge zur Verfügung zu stellen. Mit dem RBS ist eine Zusammenarbeit schwieriger: Der RBS fährt auf meterspurigen, die BLS auf normalspurigen Geleisen.

    FAQ: Entscheid Sachplanrelevanz

    Das BAV hat Ende April 2017 die Sachplanrelevanz des Standortes Chliforst Nord bestätigt. Was bedeutet das?

    Der Entscheid des BAV bedeutet, dass der Bund ab sofort den Verfahrenslead übernehmen wird. Bis zu einer allfälligen Festlegung im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Schiene Ende 2018, werden im Verfahren die betroffenen Bundesstellen konsultiert und die Kantone und Gemeinden angehört. Für die Öffentlichkeit besteht ein Mitwirkungsrecht. Das Verfahren dauert bis ca. Ende 2018. Die BLS wird ihre interne Planung weiterführen.

    Der Standort Chliforst Nord ist gemäss der Prüfung durch das BAV sachplanrelevant. Was heisst dies ganz konkret für die weitere Planung der BLS?

    Die BLS wird parallel zum Sachplan- oder Richtplanverfahren die Studie zum Standort Chliforst Nord weiterführen, um den Detaillierungsgrad in der Planung zu erhöhen, der unter anderem im Rahmen des Sachplanverfahrens gefordert ist. Das Dossier für das Plangenehmigungsgesuch wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 beim BAV eingereicht werden.

    Wird der Bund weitere Standorte in den Prozess aufnehmen?

    Die BLS hat den Standort «Chliforst Nord» zur Aufnahme in den Sachplan beantragt. Gemäss den Abklärungen der «Begleitgruppe BLS-Werkstätte» sind die Auswirkungen dieses Standortes im Vergleich zu anderen untersuchten Standorten, weniger gravierend bezüglich der  Beeinträchtigung von Raum und Umwelt. Ob allenfalls weitere Standorte im Prozess durch den Bund geprüft werden, muss sich noch zeigen.

    Bedeutet der Entscheid, dass der Chliforst Nord somit als Standort definitiv gesetzt ist?

    Der Entscheid des BAV zur Durchführung eines Sachplanverfahrens bedeutet noch nicht, dass der Standort «Chliforst Nord» definitiv gesetzt ist. Der Bund wird im Rahmen dieses Sachplanverfahrens die Vorarbeiten der BLS sowie der «Begleitgruppe BLS-Werkstätte» überprüfen.

    Im Sachplanverfahren besteht für die Öffentlichkeit ein Mitwirkungsrecht. Was heisst das? 

    Der Kanton hat im Rahmen der Konsultation durch das BAV die Möglichkeit, die Öffentlichkeit  mit einzubeziehen was konkret heisst, dass der Einbezug der Gemeinden und Öffentlichkeit durch den Kanton erfolgt und nicht durch das BAV. Im Sachplanverfahren gibt es aber kein Einspracherecht. Erst im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens besteht dieses Recht für die Betroffenen.

    Läuft parallel zum Sachplan  auch eine Eingabe in den kantonalen Richtplan?

    Der Kanton und die zuständige Bundesstelle (BAV) koordinieren die Verfahren für die entsprechende Anpassung des Richtplans und für die Erarbeitung des Sachplans gemeinsam.

    Was heisst Nachführung des Richtplans? Heisst das, dass die Werkstatt in den bestehenden Richtplan aufgenommen wird?

    Ja. Voraussetzung für  die Erteilung der  Plangenehmigung („Baubewilligung“) durch das BAV ist ein Eintrag im Sachplan.  Der Kanton und die zuständige Bundesstelle (BAV) koordinieren die Verfahren für die entsprechende Anpassung des Richtplans und für die Erarbeitung des Sachplans gemeinsam.

    Welchen Stellenwert haben Eingaben von Gemeinden oder Interessensgruppen im Sachplanverfahren?

    Alle Stellungnahmen fliessen in die Interessenabwägung mit ein. Letztendlich ist jedoch der Sachplanentscheid nur für die Behörden verbindlich. Private können ihre Rechte im Plangenehmigungsverfahren wahren.

    Können Gemeinden oder Private gegen den Sachplanentscheid des Bundes Einsprache erheben?

    Im Rahmen des Verfahrens nach Raumplanungsgesetz, entscheidet der Bundesrat abschliessend und somit definitiv über eine Festsetzung im Sachplan. Betroffene Parteien erhalten im Plangenehmigungsverfahren das rechtliche Gehör, und können dort mit Einsprachen gegen die Verfügung des Bundesamtes für Verkehrs vor dem Bundesverwaltungsgerichts, beziehungsweise vor dem Bundesgericht (letzte Instanz) vorgehen.

    Wie ist der aktuelle Stand der Dialoggruppe Chliforst Nord?

    Die Dialoggruppe Chliforst Nord hat sich seit Dezember 2016 viermal zum aktiven Informationsaustausch getroffen. Im Frühjahr 2017 wurden an Infoveranstaltungen alle Mitglieder bezüglich Bahnwissen, Instandhaltung, Arbeit der Begleitgruppe und VR-Entscheid zur 3-Standorte Strategie inkl. Chliforst Nord geschult. Am 2. Mai 2017 fand das erste ordentliche Meeting mit Betrachtung und offenem Forum zu einer Planvariante der Werkstattanlage im Chliforst Nord statt. In den weiteren Planungsschritten wird die Dialoggruppe Ideen zur gestalterischen und raumplanerischen Themen einbringen. Die BLS wird diese Anträge aufnehmen und prüfen. Ziel ist es gemeinsam im laufenden Prozess, eine möglichst verträgliche Lösung für Mensch, Natur und Umwelt zu finden. Dies findet im offenen und konstruktiven Dialog statt.

    Wie sieht die Zusammensetzung der Dialoggruppe aus?

    Aktuell (Stand Ende April 2017) sind in der Dialoggruppe Chliforst Nord folgende Interessensgruppen und Direktbetroffene vertreten: Direktbetroffene Grundeigentümer und Anwohner, Stadt Bern und Burgergemeinde Bern, Regionalkonferenz Bern-Mittelland, Vertreter des öffentlichen Verkehrs, Vertreter aus Wirtschaft und Handel, Vertreter aus der Landwirtschaft, des Heimatschutzes und der Verein Pro Gäbelbachtal, Quartierkommissionen und die IG Riedbach. Die Leitung der Dialoggruppe erfolgt durch den CEO der BLS AG, Bernard Guillelmon. 

    Empfehlung der Begleitgruppe «Werkstätte BLS»

    Standort-Empfehlung der Begleitgruppe «Werkstätte BLS» zuhanden des Verwaltungsrats BLS

    Die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» repräsentiert mit über 40 Personen unterschiedlichste Interessen von Betroffenen, Anwohnenden, Politik, Behörden, Wirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft, Raumplanung und des öffentlichen Verkehrs. Das im Sommer 2015 ins Leben gerufene Gremium brachte eine vielschichtige Aussen-Perspektive ein und hinterfragte Standortstrategie und - evaluation der BLS kritisch. Gemäss ihrem Statut vom 12.10.2015 soll die Begleitgruppe eine für die Gesellschaft und für die BLS akzeptierbare Standortlösung erarbeiten. In ihrer Arbeit hat die Begleitgruppe der Begrenzung des Kulturland-Verlusts grosse Beachtung geschenkt und eine Lösung angestrebt, die für den Kanton Bern volkswirtschaftlich vertretbar ist und die negativen Auswirkungen für Betroffene und Anwohnende möglichst gering hält. Dabei ist der Begleitgruppe bewusst, dass es angesichts der Dimension des Vorhabens keine Variante gibt, die das Prädikat «gut» verdient und bei jeder Lösung Personen, Raum und Umwelt betroffen werden. Mit ihrer Empfehlung versucht die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» diese Auswirkungen unter einem gesamtheitlichen Blickwinkel zu minimieren.

    Die Begleitgruppe hat:

    • die Anforderungen an eine Werkstattanlage kritisch hinterfragt;
    • den Suchperimeter ergänzt und zusätzliche Standorte evaluiert;
    • alle Industriegebiete nochmals geprüft;
    • mit Grob- und Feinevaluationen mögliche Standorte bewertet;
    • den Industriestandort ESP Thun-Nord verworfen, da im südlichen Bereich die nötige Fläche nicht zur Verfügung steht und im nördlichen Bereich die Fläche geometrisch nicht ausreicht;
    • sich unter den restlichen Standorten – sie betreffen nur Kulturlandflächen – mit einem Mehrheitsentscheid für einen Standort entschieden.

    Die Begleitgruppe empfiehlt dem Verwaltungsrat BLS zur weiteren Prüfung:

    1. Den Verzicht auf eine 2-Standortstrategie zugunsten einer 3-Standortstrategie mit dem ausgebauten Standort Spiez, der Vergrösserung des bisherigen BLS-Standorts Bönigen für die schwere Instandhaltung und einem Werkstatt-Neubau für die leichte Instandhaltung am Standort Chliforst-Nord im Westen der Stadt Bern.
    2. Die Nutzung von Synergien (in der definierten Fläche) zwischen dem Werkstatt-Neubau im Chliforst-Nord und eines Teils der von der SBB benötigten und nachzuweisenden Abstellflächen für Fernverkehrszüge im Raum Bern.
    3. Die Verlegung der Schiessanlage Riedbach an der Mannenriedstrasse in den Untergrund des Areals im Chliforst-Nord mit gleichzeitigem Rückbau des Kugelfangs zusammen mit der Stadt Bern. Das von der Schiessanlage tangierte Gebiet soll aufgewertet und insbesondere im Bereich des Kugelfangs für Aufforstungen geprüft werden. Die Parkierungen für den Werkstatt-Neubau und die Schiessanlage sind zusammenzulegen.
    4. Die Erschliessung des Werkstatt-Neubaus über den Autobahnanschluss Mühleberg durch den «Spilwald» für den Bau- und Werkverkehr sowie die Prüfung einer öV-Anbindung für den Werkbetrieb. Begleitgruppe «Werkstätte BLS» 2
    5. Eine einvernehmliche Lösung mit den betroffenen Eigentümern. Bei einer Kompensation von betroffener landwirtschaftlicher Nutzfläche, die sich im Eigentum des Bewirtschafters befindet, sind die geltenden Kompensationsgrundsätze anzuwenden oder – falls trotz intensiven Bemühungen um Realersatz erfolglos – hat der Erwerb durch die BLS zu einem über dem Preis von landwirtschaftlicher Nutzfläche liegenden Betrag zu erfolgen.
    6. Die Kompensation von betroffenem Pachtland in gleicher Qualität und den gleichen Bewirtschaftungsmöglichkeiten im Verhältnis 1:1.
    7. Die Minimierung negativer Effekte für Anwohnende (z.B. Lärm, Licht, Wertverminderung Liegenschaften, häufig geschlossene Bahnschranken) durch geeignete Massnahmen sowohl während des Baus der Anlage als auch im Betrieb.
    8. Die Aufforstung und ökologische Kompensation gerodeter Waldfläche durch die Gemeinden im Raum Bern-West. Dabei ist auch das solidarische Angebot zusätzlicher Gemeinden zu berücksichtigen. Die Eignung der von der Gemeinde Allmendingen angebotenen Aufforstungsfläche und die von der Gemeinde Konolfingen angebotene Fläche zur ökologischen Kompensation im «Chonolfingemoos» ist miteinzubeziehen.
    9. Den Dialog und eine frühzeitige und konstruktive Zusammenarbeit mit der Bevölkerung im Westen Berns, mit der Politik und den Behörden der Stadt, mit der Burgergemeinde Bern sowie mit Frauenkappelen und Mühleberg.
    10. Die rechtzeitige Klärung von Verfahrensfragen (Sachplan bzw. Richtplan) mit dem Bund, dem Kanton und der Regionalkonferenz Bern-Mittelland.

    Die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» erachtet eine 3-Standortstrategie als zielführend. Mit dem Verbleib der schweren Instandhaltung in Bönigen werden im Berner Oberland Arbeitsplätze gesichert und ein bestehendes Industrieareal kann weiter genutzt werden. Standortgemeinde und Grundeigentümer begrüssen den Erhalt und den Ausbau der Werkstatt vor Ort.

    Mit der vorgeschlagenen Lösung wird eine gewisse Opfersymmetrie gewahrt. Durch die Beibehaltung des Standorts Bönigen kann der Flächenbedarf für den Werkstatt-Neubau reduziert werden. Da für gut einen Viertel der Anlage im Chliforst-Nord Wald beansprucht werden soll, kann der Bedarf an Fruchtfolgeflächen weiter minimiert werden. Allerdings besteht ein gewisses Risiko, was die Waldrodung betrifft.

    Objektiv betrachtet bietet der Standort Chliforst-Nord im Vergleich zu weiteren geprüften Standorten weniger Nachteile:

    • Minimierung des Landverlusts und Schonung von Kulturland.
    • Genügend Platz für die bahnbetrieblichen Bedürfnisse inklusive möglicher Synergien mit der SBB (Abstellungen).
    • Verhältnismässig wenig betroffene Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie Anwohnende.
    • Nicht nachteilige bahnbetriebliche Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu Riedbach.
    • Schlechte Einsehbarkeit und weniger Lärmbetroffenheit generell und für Anwohnende.
    • Kein Abriss von Gebäuden nötig.
    • Allfällige Aufwertung des Raums Chliforst-Süd durch Verlegung der Schiessanlage.
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      “BLS workshops” monitoring group

      To aid its search for a site for the construction of new BLS workshop, BLS has chosen to deploy a monitoring group in consultation with the Canton of Berne. The monitoring group, whose members are drawn from a range of backgrounds, has been tasked with scrutinising BLS Ltd’s site evaluation process and if necessary introducing new proposals. After more than a year of work, on 20 September 2016 the monitoring group submitted its site recommendation to BLS.

      The board of directors of BLS Ltd is expected to decide by the end of 2016 which site it favours for the construction of the new workshop.

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