12.45 Uhr – wunderbare Stille
Wir nehmen den Abschnitt nach Eggiwil in Angriff. Die Route erfolgt entlang dem Röthenbach. Bei der Abbiegung Richtung Farneren verlassen wir dessen Tal und wandern für kurze Zeit dem plätschernden Fambächlein entlang, bis wir den kurzen, aber intensiven Aufstieg nach Farnern unter die Füsse nehmen. Oben angelangt, werden wir mit einem eindrücklichen Rundumblick in die Schweizer Bergwelt belohnt. Es geht weiter, abwechselnd im schattigen Wald, über satte Weiden, auf Strassen mit Hartbelag und auf Naturpfaden. Die traditionellen Bauernhöfe, die wir kreuzen, lassen eine geballte Ladung Nostalgie ins Herz, die frische Luft weckt Geister und Gemüter. Unterwegs geniessen wir die Stille, die Aussicht über die Emmentaler Hügel sowie den leichten Wind, der die Mittagshitze erträglich macht. «Die Region lässt dich zur Ruhe kommen», sinniert Natascha während der gemütlichen Strecke. Hin und wieder suchen wir etwas Schatten unter einem Baum oder setzen uns auf eine Bank und lassen den Blick schweifen. Bis kurz vor Eggiwil müssen wir nur wenige Höhenmeter überwinden, erst jetzt folgt eine relativ steile Passage durch den Wald.
15.00 Uhr – Bräteln mit Aussicht
In Eggiwil angekommen, knurrt der Magen: Zeit für das späte, aber wohlverdiente Zmittag. Obwohl Eggiwil genügend Einkehrmöglichkeiten bietet, zieht es uns bei diesem Wetter ans Wasser. Die Emme, nicht weit vom Dorfkern entfernt, hält hier einige lauschige Plätzchen für Wasserratten und Hobbygrillierer bereit. Wir lassen uns nahe der Buchschachenbrücke an einem hübschen Kiessträndchen nieder und richten uns ein. Timon und Natascha suchen Holz für das Feuer, und dank den mitgebrachten Zeitungen züngeln schon bald die ersten Flammen gen Himmel. Jetzt packen wir die selbst gemachten Auberginenspiesse aus, träufeln etwas Bratbutter und Salz darüber, legen sie in die Grillschale aus Alufolie und schliesslich aufs Feuer. Dazu gesellen sich in Alufolie eingepackte Kartoffeln und zwei Maiskolben. Grillmeisterin Natascha hat alles im Griff, nach rund zehn Minuten sind die vegetarischen Spiesse mit Feta-Rosmarin-Füllung gut durch und die Maiskolben gold gebraten.
Satt und zufrieden legen wir uns kurz hin und ruhen aus. Bald schon verlangen die müden Füsse nach einer Abkühlung. Natascha ist mutig und steckt den grossen Zeh als Erste in die kalte Emme: «Frisch! Aber genau das Richtige nach dieser Wanderung» Langsam packen wir zusammen und machen uns auf den Weg zurück ins Eggiwiler Zentrum. Im Bus Richtung Signau lassen wir die Landschaft an uns vorbeiziehen und planen bereits den nächsten Ausflug ins Emmental.
Text: Laura Marti
Bilder: Rolf Siegenthaler