Hitzewellen, brennbare Biomasse und angepasste Wiederaufforstung
Eine Aufgabe, welche an Bedeutung gewinnt, wie nicht nur die Feuerwehrübung verdeutlicht. Gemäss der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL wird die Waldbrandgefahr durch das künftig zu erwartende mildere Klima, ausgeprägte Hitzewellen, reduzierte oder gar ausbleibende Niederschläge ansteigen. Verbunden mit den ebenfalls häufiger auftretenden Sturmereignissen und der Ausbreitung von Waldschädlingen bleibt im Wald ausserdem mehr brennbares Astmaterial und Biomasse liegen. Dadurch können Waldbrände nicht nur häufiger auftreten, sondern auch grösser ausfallen.
Bewässerung unter sich ändernden Bedingungen
Eine Besonderheit des Schutzwalds ist ausserdem die Bewässerung. Um den Wald gezielt aufzuforsten und bewirtschaften zu können, wurden im gesamten Gebiet rund 100 km Wasserleitungen verlegt, was ihn zum einzigen bewässerten Schutzwald der Schweiz macht. In regelmässigen Abständen werden die unterschiedlichen Abschnitte gewässert, der jeweilige Abschnitt etwa alle zwei bis drei Wochen.
Die Bewässerung ist jedoch aufwändig und angesichts zunehmender Wasserknappheit infolge des Klimawandels eine wachsende Herausforderung. Weniger Wasser bedeutet, dass Bäume langsamer wachsen, anfälliger für Schädlinge sind und damit absterben. Diese Folgen schwächen die Stabilität des Waldes und begünstigen, dass Lawinen und Murgänge weniger wirksam aufgehalten werden.
In Zusammenarbeit mit der WSL läuft daher aktuell ein mehrjähriges Forschungsprojekt der BLS. Im Rahmen des Projekts wird geprüft, wie verschiedene Baumarten des Schutzwalds auf eine Reduktion oder gar Einstellung der Bewässerung reagieren. Untersucht wird zudem, wie widerstandsfähig die verschiedenen Baumarten gegenüber Verbiss und anderen Einflüssen von Wildtieren sind. Daraus lassen sich in Zukunft Massnahmen zum Einsatz unterschiedlicher Baumarten für den Schutzwald an der Südrampe ableiten. Erste Resultate des Projekts werden Ende 2026 erwartet.
Unterstützung hinter der Flammenfront
Es befindet sich also ohnehin ein «Wassernetz» mitten im Wald. Könnte dieses nicht auch für den Kampf gegen einen Waldbrand genutzt werden? «Jein» lautet die kurze Antwort auf die Frage. In der ersten Phase eines Waldbrands eher «Nein», denn es wäre schlicht zu gefährlich das Forstpersonal in den brennenden Wald zu schicken und die Leitungen zu öffnen. Dazu würde es auch länger dauern, das entsprechende Reservoir und die Leitungen zu füllen. In der zweiten Phase aber eher «Ja», denn wenn die Feuerwalze durch ist, könnten die Bewässerungsanlagen durchaus dabei unterstützen, Glutnester oder glimmende Waldmoderfeuer zu löschen.