BLS-Werkstätten

BLS plant Um- und Neubau der Werkstätte Oberburg

Damit ein BLS-Zug sicher fahren kann, müssen einmal pro Woche Servicearbeiten in einer Werkstätte ausgeführt werden.

Ohne zusätzliche Werkstätten-Kapazität zeichnet sich ab 2027 eine Service-Lücke ab. Dadurch könnte ein Drittel der BLS-Züge nur verzögert oder nicht mehr im benötigten Umfang gewartet werden. Kombiniert mit der Situation in Chliforst Nord, bei der sich abzeichnet, dass juristische Verfahren den Bau einer neuen Werkstätte über Jahre verzögern oder gar verunmöglichen, ist das Risiko eines Stillstands zu gross. Das will die BLS verhindern.

Bewährter BLS-Werkstätten-Standort Oberburg

Deshalb hat die BLS entschieden, die Planung für einen Neubau in Chliforst Nord zu stoppen und einen Um- und Neubau der Werkstätte in Oberburg zu planen. Seit 1977 existiert in Oberburg eine Eisenbahn-Werkstätte und die BLS ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Das Areal ist Teil eines Industriegebiets und liegt am BLS-Streckennetz. Erste Gespräche mit Vertretern der Ämter, Gemeinden und Politikern betreffend Oberburg konnten bereits stattfinden.

Das Projekt in Chliforst Nord bleibt gestoppt, bis die BLS Klarheit über die Umsetzbarkeit des Um- und Neubaus in Oberburg hat. Das Projekt in Oberburg wird bis Ende 2023 weiter ausgearbeitet. Danach soll es dem Bundesamt für Verkehr zur Genehmigung vorgelegt werden. Möglicher Baustart in Oberburg ist ab 2026 vorgesehen. Erste Schätzungen veranschlagen die Kosten für den Um- und Neubau der Werkstätte Oberburg auf rund 200 Millionen Franken.

Projektziele

  • Zweiter Standort nebst der Werkstätte Spiez für Service- und Reparaturarbeiten:
  • Technische Kontrollen (z.B. Räder, Bremsen) und Prüfvorgänge
  • Reparaturen z.B. an Türen, Klimaanlagen, Heizungen oder Licht
  • Fahrzeugreinigung innen und aussen
  • Unterhalt der Toiletten
  • Softwareupdates
  • Moderne Werkstätte ermöglicht effizientes Arbeiten
  • Zeitgemässe Arbeits- und Ausbildungsplätze

Eckdaten

Erste Schätzungen veranschlagen die Kosten für den Um- und Neubau der Werkstätte Oberburg auf rund 200 Millionen Franken (Kostengenauigkeit +/- 30 %).

Zeitplan

Ende 2023 Ausarbeitung Projekt
2024/2025 Plangenehmigungsverfahren 
2026/2028 Realisierung Um- und Neubau

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Ausbau der Werkstätte Oberburg.

Die neue Werkstätte Oberburg

Kann man die gleiche Werkstätte/das gleiche Projekt nun einfach in Oberburg bauen?

Nein. Das Areal in Oberburg ist kleiner und hat eine andere Form als Chliforst Nord. Auch die Umgebung ist komplett anders. Deshalb kann man das Projekt nicht einfach zügeln. Es wurden jedoch wichtige Vorarbeiten geleistet, die wir für die Planung der neuen Werkstätte in Oberburg in angepasster Form weiterverwenden können. Wir wollen auch in Oberburg eine optimal gestaltete Werkstätte realisieren, die zu Oberburg passt.

Betrieb Werkstätte Oberburg

Die Umstellung auf einen 24-Stunden/7-Tage Betrieb heisst für Anwohnende und die Umgebung, mehr Lärm, mehr Licht, mehr Verkehr. Wie will die BLS die Anwohnerschaft vor diesen Einflüssen schützen?

Die Werkstätte Oberburg besteht seit 1977 und wird seit vielen Jahren bereits 24-Stunden/7-Tage betrieben. Im Rahmen der Planungsarbeiten wird diesem Umstand grosse Bedeutung geschenkt. So wird die Aussenbeleuchtung bewegungsabhängig ein- und ausgeschaltet, damit diese nur dann benötigt wird, wenn sich wirklich jemand draussen bewegt. Zudem finden die Servicearbeiten in der Halle, bei geschlossenen Toren statt, da die neue Halle lang genug ist für die Züge, was heute nicht der Fall ist.

Zudem werden grosse Reparaturen und Revisionen nicht mehr in Oberburg durchgeführt, sondern nach Bönigen verlegt.

Bevölkerung und Umwelt

Wie involviert die BLS die direkt betroffenen Menschen?

Der Austausch und Einbezug der Menschen im unmittelbaren Umfeld der Werkstätte in Oberburg ist uns wichtig. Die BLS wird regelmässig Veranstaltungen für Anwohnende und die interessierte Öffentlichkeit durchführen. Nächste Informationsveranstaltung: November 2022.

Zudem hat die BLS ein Expertengremium eingerichtet. Nebst Fachexpertinnen und – experten werden die beiden Standortgemeinden sowie ein Vertreter des Quartiervereins Burgdorf Süd darin vertreten sein. Anliegen der Anwohnerschaft finden also über die Gemeinden und den Quartierverein Eingang in dieses Gremium. Das Expertengremium existiert mindestens bis Herbst 2022 – also bis zur Wahl der definitiven Layoutvariante.

Nachbarprojekte

In Oberburg und Umgebung sind verschiedene Infrastrukturprojekte vorgesehen. Wie stellt die BLS sicher, dass die Projekte gut aufeinander abgestimmt sind?

Die BLS ist mit den Verantwortlichen der Projekte für den neuen Veloweg, die Verkehrssanierung «Emmentalwärts» und den Ausbau der Logistikinfrastruktur von Armasuisse im Gespräch. Insbesondere die Baulogistik wird hierbei besprochen.

Eine Veloverbindung wird möglich sein. Jedoch ist die konkrete Routenführung noch nicht bekannt. Die BLS setzt sich dafür ein, dass der Veloweg und damit die Unterführung so bald wie möglich realisiert werden kann. Die geplante Ortsumfahrung von Oberburg sowie der Ausbau der Logistik-Anlage von armasuisse tangieren das Umfeld der Werkstätte nicht direkt, müssen jedoch wegen des (Baustellen-)Verkehrs berücksichtigt werden.

Weiteres Vorgehen

Wie sieht der genaue Zeitplan aus?

  • Bis Ende 2022: Lösungsvarianten ausarbeiten und den definitiven Plan der Werkstätte festlegen.
  • Bis Ende 2023: Dossier für Plangenehmigung ausarbeiten und einreichen.
  • 2024–2025: Bewilligungsverfahren (öffentliche Auflage der Pläne 3. Quartal 2024)
  • 2026–2027: Bau der neuen Werkstätte in Oberburg und Rückbau der bestehenden Anlage.
  • 2028: Abschluss der Bauarbeiten und Aufnahme des Betriebs.
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