Projekte & Hintergründe

Mehr Service und neue Züge im Fernverkehr

Mit dem geplanten Wiedereinstieg im Fernverkehr will die BLS den Fahrgästen mehr Service, häufigere Direktverbindungen ohne Umsteigen sowie neue Züge bieten. Sie hat dazu beim Bundesamt für Verkehr ein Konzessionsgesuch für zwei Intercity- und drei RegioExpress-Linien im Fernverkehr eingereicht. Das schafft einen gesunden Wettbewerb, der dem Bahnsystem neue Impulse liefert. Durch die Belebung des ÖV-Systems verbessert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Kunden und die öffentliche Hand.

Seit 2004 herrscht im Fernverkehr in der Schweiz ein Monopol – sämtliche Fernverkehrslinien werden durch die SBB bedient. Der Bund hat verschiedene Bahnen eingeladen, sich an der Marktöffnung im Eisenbahnfernverkehr aktiv zu beteiligen. Ziel ist es, das Schweizer Bahnsystem mit Wettbewerb zu beleben und gegenüber der heutigen Monopolsituation einen spürbaren Mehrwert zu schaffen. Die BLS ist bereit, neue Impulse zu liefern und neben der SBB künftig einen kleinen Anteil des Fernverkehrs zu betreiben. Mit der beantragten Konzession im Fernverkehr will die BLS den Fahrgästen mehr direkte Bahnverbindungen und besseren Service im Zug anbieten. Ab dem Fahrplan 2020 möchte die BLS schrittweise folgende Fernverkehrslinien bedienen:

  • Zwei Intercity-Linien: Basel–Interlaken Ost und Basel–Brig.
  • Drei RegioExpress-Linien: Bern–Biel, Bern–Olten und Bern–Le Locle. Diese drei Linien sind Teil eines umfassenden Ausbaus des RegioExpress-Netzes, den die BLS in den kommenden Jahren in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Regionen umsetzen will.

Persönliche Begleitung, Verpflegung und hochwertiger Datenempfang

Die Kunden in allen Fernverkehrs-Zügen der BLS sollen von persönlicher Reisebegleitung, der Möglichkeit zum Ticketkauf im Zug sowie von einem zeitgemässen Verpflegungsangebot profitieren. Die BLS will ihren Fahrgästen und besonders auch Touristen ins Berner Oberland und Oberwallis eine hochwertige, stabile Datenverbindung ermöglichen, beispielsweise auf Basis von WLAN. Zudem hat die BLS als erste Schweizer Bahn mit Industriepartnern und der ETH Lausanne in vielen Zügen bereits spezielle Fenster für den störungsfreien Mobilfunkempfang eingebaut.

Die neuen Fernverkehrslinien ermöglichen der BLS ein moderates Wachstum mit 290 neuen Arbeitsplätzen. Da sich die Verbindungen ideal ins bestehende BLS-Netz einfügen, kann die BLS ihr Potenzial besser ausschöpfen, ohne dass den Steuerzahlern höhere Kosten entstehen. Fahrgäste, Regionen und öffentliche Hand profitieren von einem optimaleren Fahrzeugeinsatz und mehr Zugkilometern fürs Geld.

Das geplante Fernverkehrsnetz Netzplan

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    Video Wieso will die BLS im Fernverkehr eigenständig unterwegs sein?

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      FAQs Fragen und  Antworten

      1.    Warum will die BLS künftig Züge im Fernverkehr fahren?

      Der Bund hat verschiedene Bahnen eingeladen, sich an der Marktöffnung im Eisenbahnfernverkehr aktiv zu beteiligen. Ziel ist es, das Schweizer Bahnsystem mit Wettbewerb zu beleben und gegenüber der heutigen Monopolsituation einen spürbaren Mehrwert für die Fahrgäste zu schaffen. Die BLS ist bereit, das Bahnsystem mit neuen Impulsen zu beleben und neben der SBB künftig einen kleinen Anteil des Fernverkehrs zu betreiben. Um hier aktiv mitgestalten zu können, bedarf es einer eigenen Konzession im Fernverkehr.

      2.     Wird das Bahnsystem dadurch nicht teurer und komplizierter, wenn neben der SBB auch die BLS Züge im Fernverkehr fährt?

      Wir sind überzeugt, dass eine gesunde Mischung aus Kooperation und Wettbewerb alle Bahnen zu einem besseren Preis-Leistungsverhältnis anspornt. Lediglich durch eine Rosinenpickerei entstünde ein Ungleichgewicht. Deshalb beantragt die BLS ein ausgewogenes Paket sowohl aus unrentablen wie auch aus rentablen Fernverkehrslinien. Ganz abgesehen davon: Die Abstimmung im Bahnsystem ist notwendig und funktioniert in der Schweiz gut. Bereits heute fährt die BLS Regionalzüge auf dem SBB-Netz und die SBB Züge auf dem BLS-Netz. Die Leitstellen achten darauf, dass zum Beispiel Anschlüsse gewährleistet sind und im Störungsfall Verspätungen alles Bahnen minimiert werden. Diese wichtige Koordination stellt die BLS nicht in Frage.

      3.    Wie will die BLS den Service verbessern?

      Die Reisenden sollen von topmodernen Zügen profitieren. Zudem ist vorgesehen, dass auf allen Intercity- und RegioExpress-Verbindungen Reisebegleiter unterwegs sind und dass die Fahrgäste Billette im Zug kaufen können. Die BLS will den Fahrgästen ein zeitgemässes Verpflegungsangebot (Restaurant und Verpflegungszonen im IC, Verpflegungszonen in den RE) bieten. Auch eine hochstehende Datenverbindung wie zum Beispiel WLAN sowie störungsfreier Handyempfang gehören für die BLS zu einem modernen Service im Zug,

      4.    Was haben die Kantone und die Regionen vom Angebot der BLS im Fernverkehr?

      Dank zusätzlicher Linien kann die BLS ihr Potenzial und ihre Ressourcen optimal einsetzen. Die Kantone bekämen somit spürbar mehr Zugkilometer fürs gleiche Geld. Auch die Investitionen in neue Züge könnte die BLS ohne Zusatzbelastung für die Steuerzahler kaufen, weil sich der Fernverkehr unter dem Strich rechnet. Die Regionen wie Bern, Berner Oberland, Oberwallis und Romandie profitieren von mehr direkten Verbindungen und neusten Zügen.

      5.    Was bedeutet der Wiedereinstieg im Fernverkehr für die BLS und ihre Mitarbeitenden?

      Falls die BLS vom Bund die Konzession erhält, würde sie moderat wachsen. In den nächsten Jahren entstünden bei der BLS zusätzlich zu den heute über 3100 Mitarbeitenden 290 neue Arbeitsplätze. Durch den schrittweisen Aufbau könnte die BLS ihr Personal grösstenteils selber ausbilden. Da sie sehr fortschrittliche, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und marktgerechte Löhne zahlt, ist sie auch auf dem Stellenmarkt eine attraktive Arbeitgeberin.

      6.    Bedeutet der Wettbewerb im Fernverkehr, dass die BLS nicht mehr mit anderen Bahnen wie der SBB zusammenarbeitet?

      Das Schweizer Bahnsystem funktioniert dank der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen sehr gut. An dieser Zusammenarbeit will die BLS überhaupt nicht rütteln. Sie kooperiert weiterhin sehr eng mit allen Partnern im öffentlichen Verkehr. Auf der anderen Seite ist die BLS überzeugt, dass ein minimaler Wettbewerb neue Ideen und Impulse bringt, das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Kunden und Besteller im öffentlichen Verkehr verbessert. Gleichzeitig wächst auch die SBB im Fernverkehr überproportional weiter.

      7.    Mit welchem Rollmaterial will die BLS ihre Fernverkehrslinien fahren?

      Für Basel–Interlaken und Basel–Brig will die BLS neue Fernverkehrszüge kaufen. Für die RegioExpress-Linien wollen wir mit doppelstöckigen MUTZ-Zügen sowie mit FLIRT-Zügen der neuesten Generation von Stadler einsetzen.

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