Medienmitteilung 23.05.2018

BLS hält an ihrem Gesuch um fünf Fernverkehrslinien fest

Die BLS begrüsst die Stossrichtung des Bundesamts für Verkehr, dass mehrere Bahnen den Fernverkehr bedienen sollen. In ihrer Stellungnahme zur Konzessionsvergabe hält sie an ihrem Gesuch um zwei Intercity- und drei RegioExpress-Linien fest: Nur als Paket kann die BLS die fünf Linien wirtschaftlich betreiben und die Einnahmen zugunsten der Fahrgäste und der öffentlichen Hand einsetzen.

Im Rahmen der Anhörung zur Fernverkehrs-Konzessionsvergabe hat die BLS Stellung zum Vorschlag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) genommen. Sie begrüsst die Stossrichtung des BAV für ein Mehrbahnenmodell im Fernverkehr. Die BLS ist überzeugt, dass eine Lösung mit mehreren Bahnen im Fernverkehr den ÖV stärkt und die Fahrgäste davon profitieren. Der BAV-Vorschlag für die Übernahme der zwei RegioExpress-Linien Bern–Biel und Bern–Olten weicht jedoch deutlich vom Gesuch der BLS ab. Die BLS möchte im Fernverkehr die beiden Intercity-Linien Basel–Brig und Basel–Interlaken Ost sowie die drei RegioExpress-Linien Bern–Neuenburg–La Chaux-de-Fonds(–Le Locle), Bern–Biel und Bern–Olten betreiben. In ihrer Stellungnahme hält die BLS an der Übernahme dieser fünf Linien fest.

Verbesserter Kundenservice nur im Paket möglich

Nur mit dem Paket aus fünf Linien kann die BLS den ÖV stärken und voranbringen: Durch die entstehenden betrieblichen Synergien kann sie die Linien eigenwirtschaftlich betreiben, wodurch die Steuerzahlenden entlastet werden. Zudem ermöglicht nur das Gesamtpaket der BLS, den Service für die Fahrgäste zu verbessern: Sie plant, nicht nur auf den Intercity-Zügen, sondern – im Unterschied zum heutigen und geplanten Angebot der SBB – auch auf allen drei RegioExpress-Zügen Reisebegleiter einzusetzen. Damit setzt sie den Ertrag aus den rentablen Linien direkt zum Nutzen der Fahrgäste ein. Die beiden Linien Bern–Biel und Bern–Olten, welche der Verfügungsentwurf des BAV für die BLS vorsieht, sind hingegen für sich alleine genommen zu wenig ertragsstark, um die Kosten für diese Serviceleistung zu decken.

Vergabeverfahren setzt positive Impulse

Die Öffnung des Fernverkehrsmarkts bewertet die BLS als positiv: Bereits die Möglichkeit von mehreren Konzessionären führt zu einem Wettbewerb um möglichst gute Angebote unter den Verkehrsunternehmen und damit zu einem verbesserten Gesamtangebot. Auf die Billetpreise hingegen hat die Konzessionsvergabe keinen Einfluss. Die Preisgestaltung ist nicht Sache der einzelnen Transportunternehmen, sondern wird von der Branche für das gesamtschweizerische ÖV-Netz einheitlich definiert.

In seinem Konzessionsentwurf zeigt das BAV den Willen zu einem echten Mehrbahnenmodell im Fernverkehr. Beispielsweise trägt es mit den differenzierten Deckungsbeiträgen für die Gesuchsteller zu deren Gleichbehandlung bei. Die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten von SBB und allfälligen Neueinsteigern würden sonst zu «ungleichen Spiessen» führen. Im Unterschied zur SBB, die ihren Finanzierungsbedarf über Bundesdarlehen decken kann, muss die BLS ihre Investitionen am Kapitalmarkt zu deutlich höheren Zinskosten finanzieren.

Anpassungen im Vergabeprozess notwendig

Hingegen fordert die BLS im Prozess der Konzessionsvergabe auch Anpassungen, damit für alle Teilnehmer und insbesondere für Neueinsteiger gleiche Bedingungen geschaffen werden. Neueinsteiger brauchen mindestens fünf Jahre Vorlaufzeit, um die nötigen Züge für den Betrieb von neuen Linien fristgerecht und nach Vorgaben des öffentlichen Beschaffungsrechts auszuschreiben und in Betrieb zu nehmen.

Die BLS wird auf Basis der definitiven Konzessionsverfügung des Bundesamtes für Verkehr über ihr weiteres Vorgehen entscheiden und informieren.

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