Neue BLS-Werkstätten

Eine nachhaltige S-Bahn-Werkstätte Chliforst Nord

Das Gewinnerprojekt für den Neubau der S-Bahn-Werkstätte in Chliforst Nord steht fest. Das Beurteilungsgremium hat sich für das Projekt entschieden, welches die Ansprüche von Gesellschaft, Umwelt und S-Bahn Bern am besten verbindet.

Seit Mai 2018 haben fünf Teams an Projekten für den Bau einer neuen Werkstätte im Westen Berns gearbeitet. In den Teams waren Architekten, Ingenieure und Umweltspezialisten vertreten. Das Beurteilungsgremium – zusammengesetzt aus externen Fachexperten verschiedener Disziplinen, einer Vertretung der Stadt Bern sowie BLS-Delegierten – hat sich einstimmig für das Siegerprojekt entschieden: Die Arbeitsgemeinschaft «ARGE pool Architekten / b+p baurealisation AG» wird die Werkstätte weiter planen und bauen. Das Projekt zeichnet sich durch einen nachhaltigen Baustil aus, der mit dem Naherholungsgebiet Chliforst Nord harmoniert. Damit wird insbesondere den Bedürfnissen der Anwohner, vertreten durch die Dialoggruppe Chliforst, Rechnung getragen.

BLS übernimmt Verantwortung

Der BLS ist es wichtig, dass sich die Werkstätte gut in die Landschaft einfügt. In der Umgebung verläuft ein Netz von Velo- und Wanderwegen, das mit zusätzlichen Verbindungen aufgewertet wird. Die BLS plant, die Ränder der angrenzenden Wälder aufzuforsten und Obstbäume zu pflanzen. Auch die Lebensräume der Tiere werden respektiert und zusätzlich neue Biotope angelegt. Renaturierte Bäche und eine Sickerwiese für Regenwasser ergänzen das natürliche Landschaftsbild.

Energieeffizientes Gebäude schafft Mehrwert

Die Fassade der Werkstätte entsteht aus grün lasiertem Schweizer Holz. Durch die Dachbegrünung mit heimischen Pflanzen kann Regenwasser gespeichert werden. Es ist vorgesehen, das Wasser entweder für die Waschanlage der Züge zu nutzen oder es in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen. Weiter werden Solarpanels auf dem Dach installiert, die den für die Werkstätte benötigten Strom liefern. Die BLS ist überzeugt, damit auf ein Gebäude zusetzen, dass energetisch effizient und zudem langlebig ist.

Projekt wird mit Betroffenen weiterentwickelt

Während rund einem Jahr bringt das Gewinnerteam sein Projekt zur Baureife. Die BLS wird die Anwohner, die Stadt Bern und die Umweltfachleute auch weiterhin in den Bau der Werkstätte miteinbeziehen. 2020 startet das Verfahren zur Baubewilligung. Die BLS plant, 2023 mit dem Bau der Werkstätte in Chliforst Nord zu beginnen.

Das Siegerprojekt Chliforst Nord

Die BLS plant den Neubau der Werkstätte Chliforst Nord mit dem Siegerprojekt des Teams ARGE pool Architekten und b+p Baurealisation weiter. Auch die betroffenen Anspruchsgruppen werden in die weitere Planung miteinbezogen.

Das Generalplanerteam setzt sich wie folgt zusammen:

  • Gesamtleitung 
    ARGE pool Architekten und b+p baurealisation ag, Zürich
  • Architektur 
    pool Architekten, Zürich
  • Bauingenieurwesen 
    Ferrari Gartmann AG, Chur
  • Landschaftsarchitektur 
    Krebs und Herde Landschaftsarchitekten BSLA, Winterthur

Terminplan

  • 2017–2018 Vorstudie / Vorprojekt (Studienauftrag Chliforst Nord)
  • 2017–2019 Umweltverträglichkeitsprüfung (Mitwirkung/Sach- und Richtplan)
  • 2017–2025 Dialoggruppe Chliforst Nord als begleitendes Gremium
  • 2019–2022 Projektierung / Ausarbeitung Bauprojekt
  • 2020–2022 Bewilligungsverfahren / Plangenehmigung
  • 2023–2025 Ausführung / Bau
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    FAQ: Neubau-Standort

    Warum braucht die BLS überhaupt eine neue Werkstätte?

    Das Bahnangebot wird laufend ausgebaut. Es fahren immer mehr und längere Züge. Die neue Werkstätte ist notwendig, damit die S-Bahn Bern auch in Zukunft funktioniert. Die BLS betreibt derzeit vier Werkstätten: Spiez, Bern-Aebimatt (beim Bahnhof Bern), Bönigen und Oberburg. Die Werkstätte Bern-Aebimatt, wo die BLS eingemietet ist, steht ab 2020 nicht mehr zur Verfügung. Die anderen Werkstätten in Spiez, Bönigen und Oberburg sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. Die Hallen sind zu kurz für lange Züge. Die BLS will und muss ihre Züge auch künftig gut instand halten können, um den Fahrgästen sichere, pünktliche und saubere Züge zu bieten. Deshalb braucht es eine neue Werkstätte.

    Hat die BLS mit Chliforst Nord den Standort gewählt, bei dem es am wenigsten Wiederstand gibt?

    Die BLS hat den Entscheid nicht leichtfertig gefällt. Sie ist sich bewusst, dass auch im Chliforst Nord Menschen und Landschaft beeinträchtigt werden. Diesem Umstand wird die BLS im Dialog mit den Betroffenen besonders Rechnung tragen. Die unabhängige Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hatte zuvor insgesamt 42 verschiedene Areale eingehend geprüft. Sie hat ihre Empfehlung für den Standort Chliforst Nord sorgfältig und nach gesamtheitlicher Abwägung getroffen. Auch der Gemeinderat der Stadt Bern bietet Hand dafür, in Chliforst Nord weitere Abklärungen mitzutragen.

    Wie viele Grundeigentümer sind in Chliforst Nord vom Neubau betroffen?

    In Chliforst Nord sind die wesentlich betroffenen Grundeigentümer die Burgergemeinde und die Stadt Bern. Mit ihnen steht die BLS in engem Kontakt. Im Gegensatz zu anderen geprüften Standorten müssen für die Werkstätte jedoch keine Gebäude weichen. Bei Bauprojekten ist leider immer jemand betroffen. Die BLS ist sich dieses Zielkonflikts bewusst: Einerseits fühlt sie sich den Direktbetroffenen gegenüber verpflichtet, andererseits steht die BLS gegenüber der Allgemeinheit in der Verantwortung. Denn am Ende sichert und stärkt der Bau der neuen Werkstätte den öffentlichen Verkehr für die ganze Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt. Und sie sichert Arbeitsplätze in der Region Bern.

    Hat die BLS die Anwohner im Chliforst Nord zu wenig miteinbezogen?

    Bei der Suche nach einem neuen Werkstatt-Standort hat die BLS viel gelernt. Mit der Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hat ein unabhängiges, breit abgestütztes Gremium eine fundierte Empfehlung erarbeitet. Darin waren auch lokale Vertreter eingebunden. Doch es ist klar: Für Direktbetroffene ist der Entscheid eine Belastung und schwierig nachzuvollziehen. Im weiteren Planungsprozess will die BLS gemeinsam mit Landbesitzern, Anwohnern und Interessengruppen möglichst umweltverträgliche und breit akzeptierte Lösungen finden. Dazu dient eine Dialoggruppe unter der Leitung von BLS-CEO Bernard Guillelmon. Gleichzeitig steht die BLS laufend im engen Kontakt mit den Direktbetroffenen.  

    Was tut die BLS, damit die Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt im Gebiet Chliforst Nord möglichst klein bleiben?

    Diese Frage hat bei der Projektierung des Neubaus hohe Priorität. Die BLS will über die strengen gesetzlichen Vorschriften hinaus auf die Anwohner und die Umwelt Rücksicht nehmen. Sie will gemeinsam mit den Betroffenen, Umweltorganisationen und Interessengruppen möglichst verträgliche Lösungen erarbeiten. Dazu dient unter anderem die Dialoggruppe Chliforst Nord, bei der alle Betroffenen zur Mitwirkung eingeladen sind. 

    Wann wird gebaut?

    Die BLS steht noch ganz am Anfang der Planung. Vorgesehen ist, 2023 mit dem Bau der neuen Werkstätte zu beginnen und diese 2025 in Betrieb zu nehmen.

    Warum baut die BLS nicht einfach ihre bestehenden Werkstätten aus? Wäre dadurch ein Neubau im Westen von Bern nicht überflüssig?

    Die drei verbleibenden BLS-Werkstätten können leider nicht beliebig ausgebaut werden. Die Werkstätte Spiez wird zwar umgebaut, lässt sich jedoch im engen Gelände zwischen Strasse und Schiene nicht vergrössern. Die Werkstätte Bönigen wird erweitert, um ab 2025 die schweren Instandhaltungsarbeiten wie Revisionen, grosse Reparaturen und Umbauten dort zu konzentrieren. Die Werkstätte Oberburg ist zu klein und zu alt, bleibt jedoch bis zum Bau einer neuen Werkstätte wichtiges Standbein der Instandhaltung. Weil die Werkstätte Bern-Aebimatt ab 2020 wegfällt, ist die BLS gezwungen, einen neuen Standort zu suchen.  

    Warum muss die Werkstätte so nahe am Bahnhof Bern liegen?

    Die BLS wartet aktuell 132 Personenzüge und 84 Loks. Jeder Zug und jede Lok muss mindestens einmal pro Woche in einer Werkstätte gereinigt und gewartet werden, auch werden kleine Reparaturarbeiten ausgeführt. Je kürzer die Zufahrtswege sind, desto effizienter sind die Abläufe, tiefer die Kosten und kleiner die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Damit der Anfahrtsweg so kurz wie möglich ist, muss die neue Werkstätte so nahe wie möglich am Bahnhof Bern und damit beim Zentrum der S-Bahn Bern liegen.

    Wie ist der aktuelle Stand der Dialoggruppe Chliforst Nord?

    Die Dialoggruppe Chliforst Nord hat sich seit Dezember 2016 an acht Meetings zum aktiven Informationsaustausch getroffen. Im Rahmen des Studienauftrags Chliforst Nord hat die Dialoggruppe aktiv in der Gewichtung der Kriterien mitgewirkt  In den weiteren Planungsschritten wird die Dialoggruppe weiterhin Ideen zu raumplanerischen Themen und Minimierung der Auswirkungen auf die Betroffenen einbringen. Die BLS wird diese Anträge aufnehmen und prüfen. Ziel ist es gemeinsam im laufenden Planungsprozess, eine möglichst verträgliche Lösung für Mensch, Natur und Umwelt zu finden. Dies findet im offenen und konstruktiven Dialog statt.

    Wie sieht die Zusammensetzung der Dialoggruppe aus?

    In der Dialoggruppe Chliforst Nord folgende Interessensgruppen und Direktbetroffene vertreten: Direktbetroffene Grundeigentümer und Anwohner, Stadt Bern und Burgergemeinde Bern, Vertreter des öffentlichen Verkehrs, Vertreter aus Wirtschaft und Handel, Vertreter aus der Landwirtschaft, des Heimatschutzes und der Verein Pro Gäbelbachtal, Die Dialoggruppe steht allen von den Auswirkungen betroffenen Personen oder Institutionen offen. Die BLS begrüsst es, wenn eine möglichst vielfältige, und alle Interessen vertretende Diskussion und Gestaltung des Neubauprojekts ermöglicht wird. Die Leitung der Dialoggruppe erfolgt durch den CEO der BLS AG, Bernard Guillelmon.
     

    FAQ: Entscheid Sachplanfestsetzung Standort Chliforst Nord

    Der Bundesrat hat am 7. Dezember 2018 entschieden den Standort Chliforst Nord in den Sachplan des Bundes aufzunehmen. Was bedeutet das?

    Mit der Aufnahme der Werkstätte im Sachplan Verkehr hat der Bund die raumplanerischen Voraussetzungen für die neue S-Bahn Werkstätte Chliforst Nord geschaffen. Die Festsetzung im Sachplan hat verbindlichen Charakter. Die anschliessende Plangenehmigung erfolgt auf Bundesebene im Plangenehmigungsverfahren (PGV).

    Was hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) im Rahmen des Sachplanrelevanz alles abgeklärt?

    Ziel des Sachplans ist es, die räumliche Entwicklung der langfristigen Schieneninfrastruktur zu koordinieren und Planungssicherheit für die Gemeinden und Kantone zu schaffen. Im Rahmen des Sachplanverfahrens für den Standort Chliforst Nord hat das BAV alle betroffenen Bundesstellen konsultiert und die Kantone und Gemeinden angehört und ist nach Abwägung aller Interessen zum Schluss gekommen, dass Chliforst Nord im Sachplan festgesetzt werden soll.

    Der Standort Chliforst Nord ist gemäss dem Entscheid des Bundesrates im Sachplan festgesetzt. Was heisst dies ganz konkret für die weitere Planung der BLS?

    Die BLS plant die Detailausarbeitung zum Standort Chliforst Nord weiter. Im Frühjahr 2019 wird aus dem Studienauftrag Chliforst Nord das Siegerprojekt bekannt sein. Das Dossier für das Plangenehmigungsgesuch wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2020 beim BAV eingereicht werden.

    Läuft parallel zum Sachplan auch eine Eingabe in den kantonalen Richtplan?

    Der Kanton und die zuständige Bundesstelle (BAV) koordinieren die Verfahren für die entsprechende Anpassung des Richtplans und für die Erarbeitung des Sachplans gemeinsam.

    Was heisst Nachführung des Richtplans? Heisst das, dass die Werkstatt in den bestehenden Richtplan aufgenommen wird?

    Ja. Voraussetzung für  die Erteilung der  Plangenehmigung («Baubewilligung») durch das BAV ist ein Eintrag im Sachplan.  Der Kanton und die zuständige Bundesstelle (BAV) koordinieren die Verfahren für die entsprechende Anpassung des Richtplans und für die Erarbeitung des Sachplans gemeinsam.

    Welchen Stellenwert haben Eingaben von Gemeinden oder Interessensgruppen im Sachplanverfahren?

    Alle Stellungnahmen von Gemeinden und Interessensgruppen sind in die Interessenabwägung mit eingeflossen. Letztendlich ist jedoch der Sachplanentscheid nur für die Behörden verbindlich. Private können ihre Rechte im Plangenehmigungsverfahren wahren. 

    Können Gemeinden oder Private gegen den Sachplanentscheid des Bundes Einsprache erheben?

    Im Rahmen des Verfahrens nach Raumplanungsgesetz, entscheidet der Bundesrat abschliessend und somit definitiv über die Festsetzung im Sachplan. Betroffene Parteien erhalten im Plangenehmigungsverfahren das rechtliche Gehör, und können dort mit Einsprachen gegen die Verfügung des Bundesamtes für Verkehrs vor dem Bundesverwaltungsgerichts, beziehungsweise vor dem Bundesgericht (letzte Instanz) vorgehen.

    Neue BLS-Werkstätten
    Neue Werkstatt Spiez
    Umbau Werkstätte Spiez

    Im Rahmen der Dreistandortstrategie in der Instandhaltung der S-Bahn Züge der BLS wird die Werkstatt in Spiez in den nächsten Jahren umfassend saniert, modernisiert und ausgebaut. Hauptziel ist die Sicherstellung der leichten Instandhaltung auf dem östlichen Streckennetz der BLS für die kommenden Generationen und das Auffangen der wegfallenden Arbeiten am Standort Aebimatt nahe des Bahnhofs Bern ab 2020.

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    Umbau Boenigen
    Umbau Werkstätte Bönigen

    Sanierung, Erweiterung und Modernisierung

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