Fensterblick

Der Sendemast mit Weitblick

Er ist von etlichen Seiten und Distanzen zu sehen, für Wandernde, Bikerinnen und Schneeschuhläufer dient er als Orientierungshilfe. Der Sendeturm auf dem Chasseral ist Wahrzeichen der Region und übernimmt eine wichtige Funktion für den Rundfunk sowie den Sicherheitsfunk.

Auf dem Chasseral, eingebettet zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, überragt der Sendeturm mit seinen 114 Metern stolz die Landschaft. Der markante Bau passt gut in die karge Landschaft des Chasserals, mit 1606 m ü. M. die höchste Erhebung im Berner Jura. Die zwölf Kilometer lange Gebirgskette zeichnet sich aus durch die steinige Umgebung, im Winter oft mit einer weissen Decke gepudert. Von hier aus streift der Blick südlich den Bieler-, den Neuenburger- und den Murtensee sowie das Alpenpanorama – von Säntis bis zum Montblanc – und nördlich das Elsass und den Schwarzwald.

Eben diese Weitsicht macht den Chasseral zum idealen Sendestandort. «Richtfunkverbindungen sind nur bei direktem Sichtkontakt möglich. Die erhobene Lage auf dem Chasseral ermöglicht die Übermittlung der Signale zwischen Ost und West, Süd und Nord.» Das erklärt uns Emanuel Jungo, Head of Marketing & Sales bei Swisscom Broadcast. Der Tochterfirma von Swisscom gehört der Turm, sie erbringt sämtliche Leistungen für die Verbreitung von Rundfunksignalen sowie den Bau und Betrieb von Sicherheits- und Betriebsfunknetzen.

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    Oben ist dort, wo der Sendeturm steht

    Den vielversprechenden Standort hatte man bereits 1945 erkannt, damals wurde eine Versuchsstation auf dem Chasseral gebaut. Knapp zwei Jahre darauf schafften es erste Funkwellen von Zürich nach Genf, die Radioverbindung zwischen den beiden Städten war eingerichtet. Die Entwicklung des Rundfunks nahm ihren Lauf, die Station wurde mehrfach erweitert. So kam es, dass 1975 der Spatenstich für die heutige Anlage erfolgte, vier Jahre darauf war der Bau abgeschlossen. «Die Bedingungen auf dem jurassischen Kamm sind nicht ganz einfach. Die Bauarbeiten mussten jeden Winter mehrere Monate unterbrochen werden», so Jungo. Die heutige Beton-Stahl-Konstruktion, fest verankert und unerschütterlich, nahm im Juni 1982 den Betrieb auf.

    Turm mit grosser Verantwortung

    Der Chasseral ist ein wichtiger Standort für die Versorgung der Region; vom Sendeturm strahlt Swisscom Broadcast diverse Radio- und TV-Programme aus, analog wie digital. Aber auch die Polizei und die Rega nutzen den Turm für die Übertragung ihrer Signale. Der Sendemast kommuniziert ausserdem immer häufiger auch mit Objekten und Geräten: Da ist zum Beispiel der Parkplatz, der dank Sensoren digital notiert, wie viele freie Plätze noch vorhanden sind. Oder das Bierfass am Festivalstand, das der Brauerei automatisch meldet, wenn sich der Pegel dem Fassboden nähert. Möglich wird das dank des sogenannten Low Power Networks, kurz LPN. Die neue Technologie kommt bei Geräten zum Einsatz, die nur geringe Datenmengen versenden. Eine Empfangsstation dafür ist auch auf dem Sendeturm Nods montiert. Jungo: «Rund tausend Empfangsstationen sind bereits Teil des schweizweiten Netzes für das Internet der Dinge, das Swisscom als erste Anbieterin landesweit baut.»

    Der Sendeturm auf dem Chasseral übernimmt also auch weiterhin wichtige Aufgaben. So ist er nicht nur geschichtsträchtig, sondern auch zukunftsweisend. Ein Bauwerk mit einer gewissen Weitsicht – im philosophischen, technischen und geografischen Sinne.

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      Den Schnee unter den Füssen – Sie möchten den imposanten Turm gerne mal aus der Nähe sehen? 
      Hier zwei Ausflugstipps rund um den Sendemast:

      Schneeschuhwanderungen

      Besonders beliebt ist die Region für Schneeschuhwanderungen. Mit den rustikalen Tretern an den Füssen lässt sich die unberührte Natur auf und rund um den Chasseral bestens erkunden. Zum Beispiel die Rundwanderung von Nods aus: Im hübschen Dorf am Fusse des Chasserals beginnt und endet die Tour, die rund drei Stunden dauert. Der Aufstieg verläuft nordöstlich über den Champ Matthieu. Später geht es abwärts, der anspruchsvolle Fussweg fördert und fordert den Sportgeist. Das obligate Fondue am Ende macht den sportlichen Ausflug zu etwas ganz Besonderem.

      Eingekehrt in der Region wird hier:

      Winterwanderung

      Wer lieber etwas leichtfüssiger unterwegs ist, entscheidet sich für die neun Kilometer lange Rundwanderung, deren Wege im Winter präpariert sind. Der Start- und Endpunkt befindet sich bei Les Prés-d’Orvin, Höhepunkt der Wanderung ist die Place Centrale (1288 m). Hier konkurrieren der Sendeturm und die Alpen um die Aufmerksamkeit der Winterwanderinnen und -wanderer.

       

      Text: Laura Marti 
      Bilder: Rolf Siegenthaler

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