Bauprojekte

Kreuzungsstelle Leissigen

Ab 2023 sollen zwischen Interlaken Ost und Zürich Flughafen direkte InterCity-Züge der SBB verkehren. Um die nötigen Zugskreuzungen zu ermöglichen, muss die BLS ihre Bahnanlagen anpassen. In Leissigen am Thunersee verlängert sie deshalb die bestehende Kreuzungsstelle.

Für neue Angebote im öffentlichen Verkehr braucht es genügend Kapazität auf der Schiene. Denn neue Verbindungen bedeuten mehr Züge. Direkte Züge zwischen Interlaken und dem Flughafen Zürich sind heute nicht möglich, da sich 400 Meter lange Fernverkehrszüge zwischen Thun und Interlaken nicht kreuzen können. Ab 2021 will die BLS die notwendigen Bauarbeiten zur Anpassung ihrer Schieneninfrastruktur am Thunersee starten.

Was wird gebaut?

Die Bahnstrecke am Ufer des Thunersees ist von Interlaken bis kurz vor Spiez einspurig. Entgegenkommende Züge müssen sich im Bahnhof Leissigen kreuzen. Damit das auch mit längeren Fernverkehrszügen möglich ist, wird in Leissigen das zweite Gleis in Richtung Interlaken verlängert. So entsteht insgesamt eine rund 800 Meter lange Doppelspur als Kreuzungsstelle.

Wieso gerade in Leissigen?

Die Lage von Kreuzungsstellen bei Einspurstrecken wird hauptsächlich durch den Fahrplan bestimmt. Idealerweise müsste die Kreuzungsstelle Leissigen noch weiter Richtung Interlaken verlängert werden. Der kurvenreiche und topografisch schwierige Abschnitt lässt jedoch keine Verlängerung zu.

Die Kreuzungsstelle Leissigen ist für das Gesamtsystem Bahn und die Tourismusregion Berner Oberland wichtig. Lokal bedeutet sie jedoch einen Eingriff in das Dorf Leissigen. Die BLS hat das Projekt deshalb in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Interessengemeinschaft «IG Leissigen Futura» mehrmals tiefgreifend angepasst, um die Interessen der Bevölkerung und den Nutzen für die Bahn bestmöglich in Einklang zu bringen. Die BLS verzichtet zum Beispiel auf die Begradigung einer Kurve und somit auf die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von 75 km/h auf 90 km/h. Damit ist auch das Versetzen einer Stützmauer näher an ein Wohnhaus nicht mehr notwendig.

Eckdaten

  • Öffentliche Planauflage: Spätsommer 2019
  • Voraussichtlicher Baustart: Frühling 2021
  • Voraussichtliche Inbetriebnahme: Ende 2022
  • Kosten: Rund 50 Millionen Franken
  • Finanzierung: Bahninfrastrukturfonds des Bundes (BIF)

Regionalverkehr zwischen Spiez und Interlaken

Der Kanton Bern sieht per Ende 2020 eine Umstellung des Regionalverkehrs zwischen Spiez und Interlaken Ost von Zug auf Bus vor. Dieser Entscheid hat keinen Zusammenhang mit dem Bauprojekt «Kreuzungsstelle Leissigen» der BLS. Die BLS hatte sich im Vorfeld des Entscheids des Grossen Rates für den Erhalt des Bahnangebotes für Leissigen und Därligen eingesetzt. Schlussendlich entscheidet aber der Kanton in seinem Angebotsbeschluss über die verschiedenen Angebote im regionalen Personenverkehr (RPV).
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