Geschichte

Die Geschichte der Regionalverkehr Mittelland AG

Die Gesichte des Bahnverkehrs im Grossraum Emmental und Oberaargau erzählt von grossem Einsatz, grossen Opfern und noch grösseren Träumen. Ein Blick zurück auf die Geschichte der Regionalverkehr Mittelland AG (RM).

Die Geschichte der RM

Die Emmentalbahn

Obwohl die erste Bahnlinie am 1. April 1864 zwischen Biberist und Derendingen als Vorläufer der Emmentalbahn in Form einer Pferdebahn in Betrieb genommen worden war, sind die ersten Bahnprojekte von SMB und VHB noch etwas älter.

Bereits im Juni 1847 gab es die ersten Bestrebungen zu einem Tunnel durch den Weissenstein. 1852 hiess es in der Konzession des Kantons Luzern, die wichtige Nord–/Südachse (Basel–Luzern) müsse via Willisau–Wolhusen geführt werden.

Alle Regionen, die vom Anschluss an eine wichtige Transitachse und damit vom grossen wirtschaftlichen Aufschwung träumten, wurden jedoch enttäuscht. Durch grossen Einsatz gelang trotzdem der Anschluss an die grossen Wirtschaftsräume.

Grosse Ziele, grosse Opfer

Die Pionierjahre waren von der Gründung einer Vielzahl von Bahngesellschaften und Eisenbahnlinien geprägt: 1875 entstand mit der Emmentalbahn (EB) auf der Strecke Burgdorf–Solothurn die erste Nebenbahn der Schweiz. 1881 folgte die Strecke Burgdorf–Langnau, welche ebenfalls von der EB betrieben wurde.

In den darauffolgenden Jahren nahmen die Linien Langenthal–Huttwil (LHB, 1889), Huttwil–Wohlhusen (HWB, 1895), Hasle-Rüegsau–Thun (BTB, 1899), Ramsei–Sumiswald–Huttwil (RSHB, 1908) mit einer Zweiglinie nach Wasen, Solothurn–Moutier (SMB, 1908) sowie Huttwil–Eriswil (HEB, 1915) ihren Betrieb auf.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich die Arbeit, Mühe, Leid, Kämpfe, Hoffnungen und Enttäuschungen von vielen Menschen. Sie haben durch ihren Einsatz das weitere Schicksal der verschiedenen Bahnen geprägt, die abseits der grossen Verkehrsströme zum Wohle der Regionen den Anschluss an die Welt garantieren.

So haben Gemeinden und Private grosse finanzielle Opfer auf sich genommen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dieses Ziel zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Regionalverkehr Mittelland AG (kurz RM).

Die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Bahn ist eines der Markenzeichen der RM-Regionen geworden. Das Personal widerstand häufig den Verlockungen nach besseren Löhnen, um in der Region arbeiten zu können.

Verbindungspersonen waren meist die Stationsvorstände. Sie waren Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation. Entscheidungen wurden nach gegenseitiger Absprache getroffen, die Arbeitsvergabe bei der Elektrifikation von 1932 erfolgte nach Massgabe von Qualität und der Intensität der Bahnbenützung.

Ein weiteres Markenzeichen war der Weitblick bei der Planung und der Ausführung. So sprach1881 der Sohn von Jeremias Gotthelf, Regierungsrat Bitzius anlässlich der Eröffnung der Linie Burgdorf–Langnau davon, dass die Emmentalbahn die erste Bahn der Schweiz sei, die eine Kostenunterschreitung beim Bau aufweise.

Die Burgdorf–Thun-Bahn war 1899 die erste elektrische Vollbahn in Europa. Es spricht für den Weitsinn der damaligen Elite in den Regionen, welche dieses Risiko und die finanzielle Mehrbelastung auf sich genommen haben. Dieser Versuch wurde zum Start der gesamten europäischen Elektrifikation im Bahnverkehr.

Gründung der Regionalverkehr Mittelland AG

In der Bahneuphorie der Gründerzeit wurde für jede einzelne Linie eine eigenständige Bahngesellschaft gegründet. Um die Betriebskosten tief zu halten schlossen sich neue Linien oft bestehenden Bahnen an. Solche Betriebsgemeinschaften wurden später zusammengelegt und daraus entstanden bis 1944 die EBT, die SMB und die VHB, die bis zur RM-Fusion als Betriebsgruppe auftraten.

Schon 1969 begann für die VHB-Linie Huttwil–Eriswil die Diskussion um die Umstellung auf Busbetrieb. 1975 wurde dies dann als Versuchsbetrieb und per 1978 endgültig vollzogen. Die Wasenline folgte im Jahre 1994 und weitere Bereinigungen sind immer wieder Gegenstand politischer und betriebswirtschaftlicher Vorstösse.

Aus EBT, SMB und VHB entstand 1997 die Regionalverkehr Mittelland AG (RM). Mittels Umbau in Profitcenter, hinterlegt durch ein Viersäulenprinzip aus Vision, Strategie, Leitbild und Strategieprojekte, machte sich die RM auf den Weg vom reinen Verwaltungsbetrieb zum eigenständigen Unternehmen.

Für die Kunden sichtbar sind die Übernahme der S-Bahn-Linien 4 und 44  im Jahr 1999, die neuen Fahrzeuge (GTW), etliche Niederflurbusse und die funktionalen und farbenfrohen Kundencenter.

Die Fusion zur BLS AG

Im Juni 2006 fusionierten die Regionalverkehr Mittelland AG und die BLS Lötschbergbahn AG mit der BLS AG. Die Generalversammlungen der beiden Bahnen fanden am 22. Juni (RM AG) und 23. Juni 2006 (BLS Lötschbergbahn AG) statt.

Die Aktionärinnen und Aktionäre beider Bahnen stimmten der Fusion mit der BLS AG zu. Eigner des neuen Unternehmens BLS AG sind der Kanton Bern mit 55,8 %, der Bund mit 21,7 % sowie weitere Kantone, Gemeinden und Private mit 22,5 % der Aktien. Die eigentliche Gründung der BLS AG kam am 24. April 2006 mit dem Eintausch der BLS- und RM-Aktien gegen solche der BLS AG durch die beteiligten Kantone Bern, Luzern, Solothurn, Wallis und Neuchâtel zustande.

Mit dieser Fusion ist die BLS AG neben den SBB zum grössten Verkehrsleistungsunternehmen im schweizerischen Normalspurnetz geworden. Das Unternehmen deckt im regionalen Personenverkehr ein Gebiet ab, das einerseits zwischen dem Neuenburger- und dem Vierwaldstättersee und andererseits zwischen dem Jura und dem Simplonmassiv liegt.

Betrieb und Leistungen der S-Bahn Bern können zukünftig aus einer Hand angeboten werden. Über 37 Millionen Fahrgäste benützen die Regional- und S-Bahn-Züge der BLS AG jährlich – Tendenz steigend.

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