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Wie es mit den Wanderwegen vorwärtsgeht
Wanderwege sind in der Schweiz beliebt und selbstverständlich. Um das Netz in Schuss zu halten, zu erneuern und zu erweitern, ist jedoch ein hoher Aufwand nötig. Auch die BLS hilft mit: mit einem neuen Wanderweg an der Lötschberg-Nordrampe und einer Vision Richtung Süden.
«Bei uns kümmern sich während des Sommers zwei Wegmeister zu 100 Prozent um die Wanderwege», sagt Priska Inniger, Bauverwalterin der Gemeinde Kandersteg. Vor allem im Frühling gebe es alle Hände voll zu tun. Kaum ist der Schnee geschmolzen, tauchen schon die ersten Wandervögel auf. Die haben den Anspruch auf Wege in gutem Zustand. Dann gilt es, innert kurzer Zeit die Schäden zu beheben, die durch Hangrutsche, Lawinen, umgestürzte Bäume oder Hochwasser entstanden sind.
Im Kanton Bern sind laut Gesetz die Gemeinden für den Unterhalt der Wanderwege zuständig. Je nach Länge des Netzes und der Topografie ist das mit einem ansehnlichen Aufwand verbunden. Kandersteg gibt für den Unterhalt der Wanderwege jährlich rund 200'000 Franken aus, daran beteiligt sich Kandersteg Tourismus mit 40'000 Franken. Der Kurort am Fuss der Blüemlisalp ist froh um die Unterstützung der Zivilschutz-Angehörigen sowie der rund 25 freiwilligen Helferinnen und Helfer: Jahr für Jahr begehen diese im Frühling den ihnen zugeteilten Abschnitt. Sie tätigen dabei kleinere Unterhaltsarbeiten und melden grössere Schäden, um die sich dann die Gemeinde kümmert.
Die Schweiz nimmt es mit den Wanderwegen besonders genau. Sie besitzt ein einheitlich signalisiertes Netz von 65 000 Kilometern. Als wohl einziges Land der Welt erwähnt sie die Wanderwege sogar in der Verfassung. Das geht auf eine 1974 eingereichte Volksinitiative zurück. Den Anstoss dazu gab der damalige Zürcher Stadtpräsident und Nationalrat Sigmund Widmer. Auf einem Fussmarsch von Zürich nach Bern hatte er mit Bedauern festgestellt, dass die zunehmende Asphaltierung der Strecken das Gehen zu einer «monotonen» Tätigkeit mache.
Das Schweizer Volk hiess 1979 schliesslich mit grosser Mehrheit einen Gegenvorschlag des Parlaments gut. Das Ausführungsgesetz trat vor 30 Jahren in Kraft. Ein zentraler Punkt der Vorschriften ist die «Ersatzpflicht»: Wanderwege müssen demnach ersetzt werden, wenn sie nicht mehr frei begehbar sind, wenn auf einer längeren Strecke starker Verkehr herrscht oder wenn sie mit ungeeigneten Belägen versehen sind.
Nicht ohne Ehrenamtliche.
Ohne den Einsatz Freiwilliger wäre der Unterhalt der Wanderwege kaum finanzierbar, ist Hans Ulrich von Gunten, Technischer Leiter bei den Berner Wanderwegen, überzeugt.
Die Berner Wanderwege überprüfen ihr Wegnetz grundsätzlich. Mit welchem Ziel?
Wir wollen die Qualität steigern. Seit 40, 50 Jahren wurde an den Wanderwegen nichts Grundsätzliches geändert. Aber viele Wege wurden inzwischen asphaltiert. Sie sind nicht mehr attraktiv. Deshalb überprüfen wir den Sachplan, der das Netz festlegt. Wir wollen ungeeignete Abschnitte verlegen oder aufheben, wenn es keine Alternative gibt.
Können Sie ein Beispiel geben?
Es ist uns gelungen, den Wanderweg vom Kemmeribodenbad zum Hinderen Hübeli auf zwei Passagen von der Strasse weg zu verlegen. Dadurch ist er viel attraktiver geworden.
Wie gross ist der Aufwand für den Bau neuer Wege?
Ziemlich gross. Bei der Verlegung eines Wegs braucht es immer die Zustimmung der Grundeigentümer, sonst scheitert das Projekt. Sie müssen in die nötigen Dienstbarkeiten einwilligen und damit den Wanderern das «Wegrecht» erteilen. Beim Bau neuer Wege müssen auch die kantonalen Fachstellen, insbesondere der Naturschutz, Wildschutz und Gewässerschutz, ihr Einverständnis geben.
Wie wichtig ist der Beitrag der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer?
Sie sind enorm wichtig für uns. Oft handelt es sich dabei um Pensionierte. Sie sind für uns pro Jahr allein für die Signalisation während rund 12 000 Stunden unterwegs. Wenn wir dazu bezahlte Personen anstellen müssten, wäre der Unterhalt kaum finanzierbar. Die Sanierungsequipen mit einem Bestand von 25 Leuten unterstützen uns bei Erneuerungsarbeiten und beim Bau von neuen Wegen. Auch unsere 85 Bezirksleiter sind ehrenamtlich tätig.
Zimmermannskunst und Fassadenmalerei auf höchstem Niveau Entlang der Simmentaler-Hauswege geben viele Simmentaler Häuser Ausdruck über den grossen Reichtum, den die Zucht und der Export der weltbekannten Simmentaler Kühe in das sonnige Bergtal brachten. Die verzierten und schmucken Fassadenmalereien zeigen eindrücklich das handwerkliche Können der damaligen Baumeister sowie die gesellschaftliche Stellung der Besitzer.
Rund 130 Millionen Franken investiert die BLS in drei markante Bauwerke: Sie saniert den Saaneviadukt bei Gümmenen und baut ihn auf zwei Spuren aus, erneuert die Fahrbahn im Lötschberg-Scheiteltunnel und renoviert den alten Kanderviadukt bei Frutigen.