Bauprojekte

Sanierung Oströhre Lötschberg-Basistunnel

Nach Wasser- und Sandeintritten in der Oströhre des Lötschberg-Basistunnels im Frühling 2020 hat die BLS die entsprechende Schadstelle saniert. Sie hat neben der Röhre einen grossen Hohlraum ausgebrochen, damit sich dort künftig Sand absetzen kann.

Im Februar und März 2020 ist im Doppelspurabschnitt des Lötschberg-Basistunnels Wasser und Sand eingetreten. Die Oströhre des Tunnels musste drei Mal in Folge für den Bahnverkehr vorübergehend geschlossen werden. Zwischen August 2020 und Februar 2021 hat die BLS ausserhalb der Tunnelröhre eine Kaverne ausgebrochen, in die das Wasser abfliessen und in der sich der Sand absetzen kann. Während den Bauarbeiten wurde der Bahnverkehr einspurig durch die Weströhre geführt.

Warum ist Sand in den Tunnel eingetreten?

Über der Schadstelle in der Oströhre befindet sich eine Karstquelle, die beim Tunnelbau vor über fünfzehn Jahren angebohrt wurde. Das Wasser dieser Karstquelle wurde in einer Leitung gefasst und in die Tunnelröhre geführt. Die Fachleute nehmen an, dass sich die Verhältnisse im Karst verändert haben, so dass plötzlich viel mehr Sand in die Leitung geschwemmt wurde und diese verstopfte. Der Druck wurde zu gross, folglich wurde die Wasserfassung beschädigt, so dass Wasser und Sand in die Tunnelröhre eindringen konnte. Durch die Sanierungsarbeiten bestätigte sich die Hypothese der Fachleute: Nach dem Abbruch des Innengewölbes des Tunnels wurde die geschädigte Wasserfassung sichtbar; sehr wahrscheinlich ist nur lokal an dieser Stelle Wasser ausgetreten.

So hat die BLS die Schadstelle saniert

An der Schadstelle neben der östlichen Tunnelröhre hat die BLS eine Kaverne ausgebrochen und dort ein Absetzbecken mit einem Fassungsvermögen von über 2000 Kubikmetern installiert. Das Bergwasser fliesst in dieses Absetzbecken, allfälliger Sand setzt sich ab, und das gereinigte Bergwasser wird in einer neuen Leitung zum Portal Raron abgeleitet. Im Rahmen der regulären Unterhaltsschichten im Tunnel kann zukünftig angesammelter Sand mit Bahnwagen aus dem Tunnel transportiert werden. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 15 Millionen Franken.

Mit dem Sanierungsprojekt hat die BLS in kurzer Zeit eine gute Lösung erarbeitet, die vor der Schneeschmelze im Frühling 2021 realisiert werden konnte und so die Gefahr erneuter Sandeintritte deutlich reduziert. Restrisiken bleiben aber weiterhin bestehen, denn Karst ist unberechenbar. Mit einem umfassenden Überwachungskonzept wird die BLS in den kommenden Jahren die Situation genau beobachten und kann die Kaverne gegebenenfalls erweitern.

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