Bauprojekte

Sanierung Oströhre Lötschberg-Basistunnel

Kein Sand mehr im Lötschberg-Basistunnel

Nach Wasser- und Sandeintritten in der Oströhre des Lötschberg-Basistunnels saniert die BLS die entsprechende Schadstelle. Sie schafft neben der Röhre einen grossen Hohlraum, damit sich dort künftig Sand absetzen kann.

Im Februar und März 2020 ist im Doppelspurabschnitt des Lötschberg-Basistunnels Wasser und Sand eingetreten. Die Oströhre des Tunnels musste drei Mal in Folge für den Bahnverkehr vorübergehend geschlossen werden. Als Sofortmassnahme hat die BLS an der Schadstelle Absetzbecken aus Stahl in der Tunnelröhre installiert. Als erweiterte Massnahme bricht sie ausserhalb der Tunnelröhre eine Kaverne aus, in die das Wasser abfliessen und sich der Sand absetzen kann.

Warum ist Sand in den Tunnel eingetreten?

Über der Schadstelle in der Oströhre befindet sich eine Karstquelle, die beim Tunnelbau vor über fünfzehn Jahren angebohrt wurde. Das Wasser dieser Karstquelle wurde in einer Leitung gefasst und in die Tunnelröhre geführt. Die Fachleute nehmen an, dass sich die Verhältnisse im Karst jüngst verändert haben, so dass plötzlich viel mehr Sand in die Leitung geschwemmt wurde und diese verstopfte. Der Druck wurde zu gross, folglich wurde die Wasserfassung beschädigt und die Tunnelabdichtung erhielt einen Riss. Durch dieses Leck konnte Wasser und Sand in die Tunnelröhre eindringen. Die Sanierungsarbeiten zeigen, dass sich die These der Fachleute bewahrheitet: Nach dem Abbruch des Innengewölbe des Tunnels wurde sichtbar, dass die Wasserfassung geschädigt wurde und das Wasser lokal an dieser Stelle austritt.

 So saniert die BLS die Schadstelle

An der Schadstelle neben der östlichen Tunnelröhre bricht die BLS eine Kaverne aus und installiert dort ein Absetzbecken mit einem Fassungsvermögen von über 2000 Kubikmetern. Das Bergwasser fliesst in dieses Absetzbecken, allfälliger Sand setzt sich ab, und das gereinigte Bergwasser wird zum Portal Raron abgeleitet. Die Kaverne mit dem Becken ist vergleichbar mit einem Hallenbad – es gibt also viel Platz, damit sich Sand absetzen kann. Im Rahmen der regulären Unterhaltsschichten im Tunnel kann zukünftig angesammelter Sand mit Bahnwagen aus dem Tunnel transportiert werden. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich gemäss heutigem Planungsstand auf rund 15 Millionen Franken. 

Mit dem Sanierungsprojekt hat die BLS in kurzer Zeit eine gute Lösung erarbeitet, die vor der nächsten Schneeschmelze im Frühling 2021 realisiert werden kann und so die Gefahr erneuter Sandeintritte deutlich reduziert. Restrisiken bleiben aber weiterhin bestehen, denn Karst ist unberechenbar. Sollte sich die Situation im Berginnern verändern und viel mehr Sand in die Absetzbecken neben der Oströhre gespült werden als erwartet, kann die BLS die Kaverne erweitern.

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    Oströhre ist während den Bauarbeiten gesperrt

    Die BLS will den Tunnel so schnell wie möglich sanieren, um erneute Wasser- und Sandeintritte in den Bahnbereich zu verhindern. Die Sanierungsarbeiten dauern vom August 2020 bis Januar 2021. Ab 7. September bis 23. Dezember 2020 ist die Oströhre gesperrt, der Bahnverkehr wird einspurig durch die Weströhre geführt. Die Personenzüge der SBB verkehren auch während dieser Phase mehrheitlich durch den Basistunnel. Eine zweite Sperrung der Oströhre ist zwischen dem 3. Januar und Ende Februar 2021 geplant. Dank des gestaffelten Bauprogramms kann der Weihnachts- und Neujahrsverkehr ohne Einschränkungen durch den Lötschberg-Basistunnel verkehren.
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