Heimatland

Region Emmental

Erleben Sie unverfälschte Naturerlebnisse mit gehüteten Geheimnissen.

Die liebliche Hügellandschaft, die mystischen Geschichten, der löchrige Käse und die weltberühmte Gastfreundschaft machen das Emmental so einzigartig. Erleben Sie unverfälschte Natur und entdecken Sie gut gehütete Geheimnisse. Mit dem Zug ab Bern geht es vorbei an sanften Hügeln, alten Holzbrücken, grasenden Kühen und traditionellen Bauernhäusern mitten ins Herz des Emmentals. Nun sind Sie in der Heimat des Schriftstellers und Pfarrers Jeremias Gotthelf angekommen. Von Langnau i.E. aus gelangen Sie mit dem BLS-Bus weiter auf die Mettlenalp, auf die Lüderenalp oder ins Chuderhüsi. In Trubschachen ist die Firma Kambly beheimatet, die seit über 100 Jahren ihre berühmten Bretzeli herstellt und in die ganze Welt exportiert. Ein Besuch im Kambly Erlebnis sollten Sie nicht versäumen.

Jeremias Gotthelf Die Heimat des Schrifstellers und Pfarrers

Gotthelf verfasste etliche Romane und Geschichten wie «Uli der Knecht», «Uli der Pächter», «Geld und Geist» und «Käserei in der Vehfreude». Die Werke wurden erfolgreich verfilmt.

Der Beamten- und Pfarrerssohn erhielt nach dem Gymnasium (1814) eine theologische Ausbildung. Dies führte zu einer starken pädagogischen Tätigkeit auf dem Gebiet der Schulbetreuung und der Lehrerausbildung. Gotthelf exponierte sich politisch am liberalen Flügel und zerstritt sich bald mit den Behörden. 1824 wurde er als Vikar an die «Kirche zum Heiligen Geist» in Bern berufen und 1831 auf die gleiche Stelle in Lützelflüh. Hier wirkte er als Pfarrer und seine Frau gebar ihm drei Kinder. 1831 wurde Geistlichen verboten, sich politisch zu betätigen – Gotthelfs Engagement endete abrupt. Fortan bemühte er sich energisch im Erziehungs- und Armenwesens. Er wollte die allgemeine Volksschule durchsetzen; als grosses Vorbild wirkte Pestalozzi.

Schriftstellerisch und publizistisch wurde er ab 1834 tätig: Er begann mit einer volkspädagogischen Aktion gegen den Alkoholismus, ehe er von 1841 bis 1844 die Redaktion des «Neuen Berner Kalenders» übernahm. Nach der Amtsenthebung als Schulkommissär 1845 wegen seiner kritischen und konservativen Einstellung zu Staat und Gesellschaft, wurde er zu einem immer unbequemeren Zeitgenossen; in späteren Werken sticht ein satirischer oder düsterer Grundton hervor.

Tipp: Entdecken Sie das Gotthelf Zentrum bei einer Führung.

Typische Bauernhäuser und Gärten

Wer durchs Emmental fährt, entdeckt an Waldrändern, Hängen und mitten im Dorf alte, hölzerne Zweckbauten, Wohn- und Bauernhäuser. Tiefragende Walmdächer, kunstvoll verzierte Lauben und variationsreiche Bernerbögen («Ründine») geben jedem Haus ein unverwechselbares Aussehen mit einem einzigartigen Charakter.

Die Bauernhäuser erhielten ihr Gesicht mit den langen Fensterreihen, den Lauben und den «Ründine» meist im 19. Jahrhundert. Die teils über 200 Jahre alten Holzbauten, zu denen oft ein Speicher gehört, wurden über Generationen hinweg gepflegt. Umgeben werden sie von geometrisch eingeteilten Bauerngärten mit niedrigen Buchseinfassungen. Obschon die Region relativ hoch gelegen ist, hat sich diese Gartentradition behaupten können – neben der Milchwirtschaft, der Viehzucht und dem Ackerbau. Der Garten spielte eh eine wichtige Rolle, denn es sass eine grosse Familie mit Knechten, Mägden, Melkern und Karrern am Tisch.

Die Republik Bern galt zu dieser Zeit als eine der mächtigsten und grössten Staaten Mitteleuropas. Die Beziehung zu Frankreich war ausgezeichnet und die französische Lebensart, die moderne Architektur sowie die zeitgemässe Art der Gartengestaltung waren hierzulande recht bekannt. Viele Bauern konnten mit den Erträgen aus Käseproduktion, Viehzucht und Ackerbau zudem gut leben, sind die Böden doch produktiv und überschwemmungssicher. Zudem waren die Beziehungen zur Hauptstadt stabil, während im Seeland oder im Schwarzenburgerland ums Überleben gekämpft wurde. Im Einflussbereich der französischen Gartenkultur verfügten einzig die Bauern im Emmental über genügend Mittel, um sich mit aktueller Gartengestaltung zu befassen. Bäuerlicher Stolz und Pflege der Tradition bleiben in der Bevölkerung bis heute stark verankert.

Tipp: Begeben Sei sich auf den Eggiwiler Haus- und Brückenweg.

Hornussen Der Emmentaler Traditionssport

Die Tradition der typischen Emmentaler Sportart reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Früher war es Brauch, brennende Holzscheite vom Berg ins Tal zu schlagen, um Geister zu vertreiben. Daraus soll das Mannschaftsspiel Hornussen entstanden sein.

Die Wettkämpfe dienten dem Kräftemessen, aber auch, um Streitigkeiten zwischen den Dörfern zu regeln. So soll es nicht selten zu wüsten Raufereien zwischen den zwei Mannschaften gekommen sein. Das erste schriftlich belegte Wetthornussen fand 1655 in Trub statt. Seit 1902 organisiert der wurde eidg. Hornusserverband als Dachverband zusammen mit regionalen Unterverbänden die Meisterschaft der verschiedenen Ligen und das Eidgenössische Hornusserfest. Ziel ist es, dass der Schläger den Nouss (Puck) mit einem flexiblen, zwei bis drei Meter langen Stecken weit ins Ries schlägt. Die Mannschaft im Ries versucht, ihn mit der Schindel früh abzufangen und die Schlagweite wird dann in Punkte umgerechnet. Grosse Weiten erreicht, wer den Stecken mit hoher Spannung enorm beschleunigen kann und den Nouss genau trifft. Der Begriff «Hornussen» geht übrigens auf das «hornende» Geräusch zurück, das der Nouss erzeugt, wenn er im Ries (Spielfeld) in Hörweite kommt.

Tipp: Emmental Tours bietet für Gruppen ein Plauschhornussen an.

Kambly

Seit über 100 Jahren bäckt Kambly im Emmental mit Hingabe seine Spezialitäten und steht für vollendete Schweizer Feingebäck-Tradition. Und alles begann mit einer Liebesgeschichte …

Als der junge Oscar Kambly im Welschland ein Mädchen aus Trubschachen trifft, ist es um ihn geschehen. Die Liebe führt ihn in das Emmentaler Bauerndorf. Er wird Bäcker-Konditor und übernimmt später das Unternehmen seines Lehrmeisters. 1910 gründet er gemeinsam mit seinem Bruder Paul die Firma Kambly. Auch in den Kriegsjahren hält er an seinem eisernen Grundsatz der Qualität fest – spätestens seit jener Zeit ist Kambly Qualität beinahe schon sprichwörtlich. Seine Vision ist es, das Beste aus dem Emmental in die Schweiz zu tragen – so lanciert er 1924 zum Beispiel die «Caramels à la Crème d’Emmental».

Tipp: Bei der Kambly SA können Sie den Maîtres Confiseurs über die Schulter schauen und in der Kambly Erlebniswelt all das Köstliche gratis degustieren.

Mehl aus der Dorfmühle Wie vor 100 Jahren

Seit der Gründung bezieht Oscar R. Kambly I das Mehl für die Kambly Bretzeli aus der Dorfmühle Trubschachen. Mit einem Handschlag wurde diese Vereinbarung damals besiegelt und gilt noch heute. Wie vor 100 Jahren kommt das sorgfältig gemahlene Mehl aus der benachbarten Mühle der Familie Haldemann, die ihr Handwerk schon in der fünften Generation pflegt. Gelebte Tradition und Qualität aus der Region.

Kemmeriboden-Merängge Eine Tradition und viel Handarbeit

In Schangnau im Emmental führen die Riedwyl-Oberlis in der vierten Generation die Bäckerei Stein. Hier stellen sie die legendären Emmentaler Meringues her. Ganz nach Familientradition werden sie noch von Hand gefertigt.

Peter und Elsbeth Riedwyl-Oberli stellen die Meringue nach alter Familientradition her. Es gibt weder Rezept noch Messbecher. Der Zucker wird mit einer Schaufel beigegeben, die schon seit alters her diesem Zweck dient. Wichtig dabei: Der Zucker muss nach und nach in das geschlagene Eiweiss gegeben werden – das sorgt für Volumen. Eiweiss, Zucker und die frische Luft Schangnaus – das sind die Bestandteile der beliebten Kemmeriboden-Meringues.

Ramset Ein alter Emmentaler Brauch

In der Altjahreswoche wird in vielen Gasthöfen des Emmentals «geramset».

Das Ramsen – ein Jass um Würste – ist eine jahrhundertealte Tradition. Die Regeln variieren von Dorf zu Dorf, aber um die Wurst geht es überall.

Einst stellten die Wirtschaften die Ramser-Würste meist selbst her. Heute werden sie in der Regel von regionalen Metzgereien produziert. Es handelt sich um eine Art Berner Bauernwurst, die im Küchenrauch geräuchert wird. In Jassrunden von 4 bis 6 Spielern wird um die fein duftenden Würste geramset, die frisch in heissem Wasser zubereitet, aber auch nach einigen Wochen des Trocknens kalt aufgeschnitten ein herzhafter Genuss sind.
Auszug aus den Ramser-Jass-Regeln des Emmentals: Jeder Spieler erhält 5 Karten, je nach Anzahl Spieler gibt es einen «Blinden» und einen «Stock». Wer mit seinen Karten nicht zufrieden ist, kann die 5 Karten des «Blinden» gegen seine eigenen eintauschen. Trumpf wird geschlagen. Der Spieler, der die Karten austeilt, kann mit einer beliebigen Karte den «Schläger» tauschen. Es gelten die «Obenabe»-Regeln. Ass ist die höchste Karte, die zweithöchste Karte ist immer Ecke 7, das Bälli. Es gilt «Leih oder Trumpf» – wer noch von der ausgespielten Farbe in den Händen hat, darf nicht stechen, er muss «Leih halten». 

Die Regeln und «Bussen» müssen immer vor Spielbeginn festgelegt werden. Wer in einem Durchgang keinen Stich macht oder versehentlich abhebt, bezahlt eine kleine Busse. Weitere «Regelschikanen » werden oft individuell eingebaut. Wer zuerst 21 Stiche erreicht, erhält eine Wurst. Die Würste kaufen die Mitspieler gemeinsam.

Tipp: In welchen Wirtschaften während der Altjahreswoche geramset wird, entnehmen Sie am besten der Tagespresse. Die Wirtsleute geben Ihnen gerne Auskunft.

Der lange Weg zum Weihnachtsbaum

Viele Schweizer Christbäume wachsen im Wald oder auf dem Feld, bis sie geschmückt in unseren Stuben stehen. Sie werden eigens für das Weihnachtsfest angepflanzt. Rund 1,2 Millionen Weihnachtsbäume werden in der Schweiz jährlich verkauft (40–45% aus Schweizer Produktion). Die IG Suisse Christbaum will den Anbau eines marktgerechten Christbaumsortiments fördern. Denn ein Schweizer Baum ist dank der kurzen Transportwege nicht nur länger frisch – er bindet ausserdem CO2, produziert Sauerstoff und bietet vielen Tierarten Rückzugsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist die Produktion eine wichtige Einnahmequelle und sichert Arbeitsplätze. Vielerorts werden die Bäume direkt ab Hof angeboten.

Mehr Infos unter suisse-christbaum.ch

Skitourenführer Im Reich der «Hubel und Chnubel»

Mit Bahn und Bus zu Berge – 84 Jahre ist es her, seit der letzte Skitourenführer für die hügelige Region zwischen Bern und Luzern erschienen ist – höchste Zeit also für eine Neuauflage.

Die Autoren des Skitourenführers «Emmental & Entlebuch», Christoph Blum, Katharina Conradin, Michael Kropac und Valentin Raemy, wollen mit dem neuen Buch die Schönheit und Vielfalt einer Region aufzeigen, die oft nicht als erste Wahl auf den Tourenportalen erscheint und doch einiges auf Lager hat.

Mit Skitouren vor der Haustüre tragen wir nicht nur dazu bei, den CO2-Ausstoss unserer Freizeitaktivitäten zu verringern, sondern leisten auch einen kleinen Beitrag zur Entwicklung peripherer Regionen. Alle 52 beschriebenen Touren sind mit dem ÖV erreichbar – und selbstverständlich erfährt man auch, wo es nach der Tour die besten «Meränggen», die feinsten Biscuits und den rässesten Emmentaler gibt.

Für jede Tour findet der Tourengänger alle relevanten Informationen wie Anreiseinfos mit ÖV zu den Ausgangs- und Endpunkten, Einkaufs-, Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten, die Anzahl der Aufstiege und Abfahrten, das Total der Höhenmeter oder den höchsten und tiefsten Punkt.

Mit den drei Abstufungen «Tiefstapler», «Voralpin» und «Crack» ist zudem für jede Könnenstufe inkl. Nachwuchs etwas mit dabei. Liebevoll aufbereitete Zusatztexte machen das Werk zu einem Lieblingsstück, das man auch zu Hause vor dem Kaminfeuer mit Freuden liest.

Skitourenführer Emmental & Entlebuch – im Reich der Hubel und Chnubel. 52 Skitouren zwischen Bern und Luzern. Topo Verlag, CHF 39.00.

Bestellungen unter mountainwilderness.ch. Quelle: SAC Emmental

Erstaunliches

«Heimatland!» …

… scho so lang git’s dä Langnouer Märit!

Der Langnauer Jahrmarkt ist legendär und hat eine lange Tradition: 1467 wird er erstmals urkundlich erwähnt, und noch heute hat der «Märit» grosse Bedeutung. Etwa 180 Markthändler sind jeweils am Markt anzutreffen. Das bunte und ausgewogene Angebot umfasst traditionelle sowie moderne Waren und reicht von Hosenträgern, Socken, Kosmetikartikeln und iPhone-Bags bis hin zu Bratwürsten, «Nidletäfeli» und Churros. Langnau ist stolz auf seinen Markt und trägt Sorge dazu.

… geit das ufä!

Keine Strasse und keine Bahn führen hinauf – der Napf ist nur zu Fuss oder mit dem Bike zu erreichen. Dafür werden die Besucher mit einem eindrücklichen Panoramablick belohnt.

 … in Burgdorf isch z’Bier daheime

Das Leitbild der Burgdorfer Gasthausbrauerei AG ist seit der Gründung im Jahre 1871 unverändert geblieben: «ein regional verankertes, eigenes und eigenständiges Bier von hoher Qualität und unverwechselbarem Charakter anzubieten». Zur Gründerzeit waren viele Burgdorferinnen und Burgdorfer von diesem Konzept so überzeugt, dass das benötigte Aktienkapital in kürzester Zeit gezeichnet war. Diese Volksaktie und die breite Basis von Bierfreunden waren die Grundlage für die Erfolgsgeschichte. Bis heute ist diese Sympathie und Verbundenheit Burgdorfs mit seinem Bier deutlich spürbar.

… das si no Erläbnismacher

Die Erlebnismacher AG ist ein Zusammenschluss verschiedener touristischer Anbieter und übernimmt zusätzlich im Mandat die Vermarktung unter anderem für Emmental Tourismus.

… was hei e Chäs u dr Siegermuni gmeinsam?

Die Emmentaler Schaukäserei durfte als einer der Sponsoren des Siegermunis diesen auf  den Namen «Roi» taufen. Der Name ist abgeleitet von «Le Roi d’Emmental», einer Spezialität  der Schaukäserei – ein Emmentaler Käse, der mindestens 24 Monate gelagert wird.

… itz fiiret das Bretzeli im Mai 2017 scho sy 111. Geburtstag!

Anlässlich dieses Jubiläums organisierte Kambly am 20./21. Mai 2017 ein grosses Bretzeli-Fest und lädt zum gemeinsamen Feiern nach Trubschachen ein. Auf die Gäste warten spannende Aktivitäten rund um das Bretzeli. Ein unvergesslicher Event für Gross und Klein!

Sagen

Die Sage von der Gefahr in den Bergen

Am Hohgant befindet sich unterhalb des Grossen und Kleinen Affs eine senkrecht abfallende Fluh. Der genaue Beobachter erkennt ein Kreuz, ein Paar Stiefel und einen Wanderstab – wie in die Fluh gemeisselt. Einst liess ein Hirte dort seine Schafe weiden. Müde von der Sonne setzte er sich am Fluhrand hin, legte seinen Hirtenstab ab und zog die Schuhe aus. Plötzlich stiess ihn ein angriffslustiger Schafbock von hinten über die Fluh hinaus. Im Fallen soll der Hirte geschrien haben: «Oh, mein Kreuz tut weh! Wo sind meine Schuhe, wo ist mein Stab?» Seither sind in der Fluh das Kreuz, die Stiefel und der Hirtenstab als Mahnmal verewigt – auf dass man in den Bergen nie Schuhe und Wanderstock ablege, sich nie an den Abgrund begebe und der Gefahr nie den Rücken zukehre.

Quelle: Sagenhaftes Emmental, Fritz von Gunten, fritzvongunten.ch

Die Sage vom Sträggeli und der Dürst

Es war einmal ein schönes Burgfräulein, das vor allen anderen Speisen für sein Leben gern Wildbret ass. Als nun einmal ihr Geburtstag gerade auf einen Freitag in der Fastenzeit fiel, äusserte sie in Gegenwart ihrer Ritter und Knappen, sie wolle gerne von einem frisch erlegten Wildschwein speisen. Darüber waren die Anwesenden sehr bestürzt, und keiner erwiderte ein Wort auf ihren Wunsch. Nur ein einziger Ritter, der ihr Buhle war, erklärte sich sofort zur Jagd bereit, wenn sie ihn dabei begleiten wolle. Damit war das Fräulein einverstanden, und beide verliessen auf ihren Pferden, von vielen Hunden begleitet, die Burg, um auf die Jagd zu reiten. Aber weder die tollkühnen Jäger noch Rosse und Hunde sah man jemals wieder.

Sie büssen ihren frevelhaften Leichtsinn und Übermut damit, dass sie verdammt sind, jeden Freitag in der heiligen Zeit um die Mitternachtsstunde mit ihren Pferden und Hunden zu jagen. Wenn im Entlebuch und im Napfbergland das Wetter so recht tobt, und man in den Lüften Rosseschnauben und Hundegebell zu hören glaubt, dann sagen die Bauern: «Das Sträggeli und der Dürst kommen». Was bedeutet, dass der Ritter und das Burgfräulein keine Ruh finden und bei Unwetter mit Ross und Hunden noch immer unterwegs sind.

Die Sage von Würzbrunnen

Zu der Zeit, als im Emmental noch Wölfe und Bären in den Wäldern hausten, stand auf der Anhöhe von Würzbrunnen eine Stadt. Damals führten die Bewohner einen blutigen Krieg. Der Feind, mit feurigen Pfeilen bewaffnet, steckte die Stadt in Brand. Noch tagelang wütete das lodernde Feuer. Beinahe die ganze Stadt wurde mitsamt ihren Kostbarkeiten «bis uf d’Würzen abbrunne». Beinahe – denn wie durch ein Wunder Gottes blieb das Kirchlein verschont. Hunderte Jahre nach der Zerstörung  beschloss man die Kirche abzubauen und weiter unten neu zu errichten. Ein Ding der Unmöglichkeit, wie sich herausstellte. Was tagsüber in schwerster Arbeit ins Tal hinabgeschafft wurde, wurde in der Nacht – wie von Geisterhand – wieder an Ort  und Stelle zurückgebracht. So ist es gekommen, dass dieses bauliche Kleinod des Oberemmentals der lieblichen Landschaft erhalten geblieben ist.

Quelle: Sagenhaftes Emmental, Fritz von Gunten, fritzvongunten.ch

Goldrausch im Napfgebiet Das Eldorado für Hobby-Goldwäscher

In der Nähe des Napfs wurden keltische Goldmünzenaus dem 1. Jahrhundert vor Christus gefunden – sogenannte Regenbogenschüsselchen. Vermutlich hielten sich die Römer einmal in dieser Region auf. Ein Hinweis darauf ist der Name des Flusses Fontanne.

Im 14. und 15. Jh. wurde der Beruf des Goldwäschers immer wieder erwähnt. 1523 verordnete der Stadtstaat Luzern, dass Waschgold aus Luzernischen Gewässern gegen Entgelt an die Staatskasse abgeliefert werden müsse. Das Napfgold war dank seiner Reinheit bei Goldschmieden begehrt.

Jedermann durfte Gold waschen, dennoch gingen vor allem Fischer dem Nebenerwerb nach. 1771 stieg die an den Staat abgelieferte Waschgoldmenge stark an. Gründe dafür waren einerseits die erhöhte Sterberate und die geringe Geburtenzahl, andererseits der Hunger und die Inflation. Den Leuten blieb kaum genug, um über die Runden zu kommen und das Gold ermöglichte mancher Familie, zu überleben.

Um das Jahr 1900, als die Kaufkraft des Goldes immer mehr abnahm, verschwand das Gewerbe.

Tipp: Emmental Tours bietet Kurse und Gruppenausflüge an.

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