Medienmitteilung 01.02.2016

Beschaffung neuer Züge – Vier Anbieter im Hauptverfahren

Bei der öffentlichen Ausschreibung der BLS für die Beschaffung von rund 60 neuen Zügen haben sich Alstom, Bombardier, Siemens und Stadler für das Hauptverfahren qualifiziert. Die vier Hersteller werden der BLS nun eine detaillierte Offerte unterbreiten. In den Ausschreibungsprozess fliesst zudem das Ergebnis eines Sitzplatztests ein, bei dem die Reisenden ihre Präferenzen für die Ausstattung des Sitzbereichs abgeben konnten.

Die BLS hat vier Schienenfahrzeughersteller bestimmt, mit denen sie die anstehende Rollmaterialbeschaffung weiterführt: Alstom, Bombardier, Siemens und Stadler haben im Präqualifikationsverfahren überzeugt. Mit der Wahl der vier Anbieter startet die BLS in das Hauptverfahren des öffentlichen Ausschreibungsprozesses. Die vier präqualifizierten Anbieter werden dabei unter Vorgabe eines umfassenden Kriterienkataloges betreffend Innenausstattung, Technik, Instandhaltung und Fahrgastinformation eine detaillierte Offerte für die rund 60 neu zu beschaffenden Züge ausarbeiten. In der zweiten Jahreshälfte 2017 will die BLS den Auftrag an einen der vier Anbieter vergeben. Im Beschaffungsprozess wird vor allem die Fahrzeugentwicklung längere Zeit beanspruchen – dies namentlich aufgrund zweier unterschiedlicher Einsatzzwecke. Die neuen Züge sollen einerseits im vorwiegend touristisch geprägten RE-Verkehr und andererseits in der S-Bahn mit einem starken Pendlerverkehr eingesetzt werden. Die BLS geht von einem Beschaffungszeitraum von rund fünf Jahren aus. Ausgeschrieben werden einstöckige Züge.

BLS-Kunden schätzen Komfort und Catering-Zone

Neben der Wahl der vier präqualifizierten Schienenfahrzeughersteller hat die BLS im Rahmen eines Sitzplatztests nähere Erkenntnisse über die Ansprüche der Kunden an die künftige Ausgestaltung der Züge gewonnen. Die Befragung wurde während zwei Monaten in speziell ausgestatteten Wagen auf der Strecke Bern–Neuenburg–La-Chaux-de-Fonds durchgeführt. Die Auswertung der rund 700 Rückmeldungen zeigt, dass die Kunden eher weichere Sitze wünschen. Armlehnen werden überwiegend als bequem empfunden, zudem bevorzugen die Umfrageteilnehmer sowohl in der 1. wie in der 2. Klasse eine eher weiche, gepolsterte Kopfstütze. Es wird ein gemischtes Tischkonzept mit langen und kurzen Abteiltischen gewünscht.

Der Sitzplatztest zeigt weiter, dass über 80 Prozent der Befragten Abfallbehälter und 70 Prozent Steckdosen am Sitzplatz wünschen. Drei Viertel der Teilnehmenden erachten einen guten Mobile-Empfang als wichtig. Über die Hälfte der Befragten würde ausserdem das Angebot einer Catering-Zone im Zug nutzen.

Entwicklung gemeinsam mit Interessengruppen

Der Sitzplatztest wurde in Zusammenarbeit mit der Südostbahn (SOB) durchgeführt. Die Erkenntnisse fliessen in den aktuellen Ausschreibungsprozess ein. Sie bestätigen die bereits zusammengetragenen Anforderungen an die neu zu beschaffenden Züge, welche anhand Erfahrungen aus früheren Beschaffungen, Workshops mit Pro Bahn und aktuellen Kundenrückmeldungen gewonnen wurden.

Die Kundenbedürfnisse werden auch im weiteren Verfahren eingeholt. So verlangt die BLS vom ausgewählten Lieferanten etwa den Bau eines Zugmodells (einer so genannten Maquette). Anhand dieses Modells wird zusammen mit verschiedenen Interessengruppen die Innenausstattung begutachtet, um die neuen Züge möglichst kundengerecht bauen zu können.

Neue Züge sind ab 2021 im Einsatz

Im Rahmen der aktuellen Ausschreibung plant die BLS die grösste Rollmaterialbeschaffung ihrer Geschichte: Zwischen 2021 und 2026 müssen rund 60 neue Züge beschafft werden, um ältere Züge zu ersetzen und zusätzliches Rollmaterial für den notwendigen Angebotsausbau zu erhalten. Bund und Kantone haben der Beschaffung zugestimmt. Ab 2026 wird die BLS damit nur noch drei Flottenfamilien im Einsatz haben und ihre Züge somit effizienter instand halten und betreiben können.

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