Ein rundes Jubiläum: 100 Jahre SMB «Solothurn–Münster-Bahn»

Die Weissensteinlinie
Die Eisenbahnlinie von Solothurn nach Moutier ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Neben der malerischen Streckenführung auf beiden Seiten der südlichen Jurakette kann sie sich rühmen, durch mehrsprachige und somit multikulturelle Gebiete zu führen – dies bei einer doch kurzen Streckenlänge von nur 22 Kilometern. Die SMB verbindet die deutschsprachige Region Solothurn mit dem französischsprachigen Berner Jura. Dazwischen liegt ein beeindruckendes natürliches Hindernis: der Weissenstein mit einer Höhe von 1280 Metern. Um dieses Hindernis zu überwinden, musste ein 3,7 Kilometer langer Tunnel gebaut werden.
Bern verfolgt Ende des 19. Jahrhunderts aber eine eigene Absicht. Es strebt eine Verbindung zwischen dem Norden Frankreichs und Italien über den Grenzpunkt Delle mit Tunnels am Lötschberg und am Simplon an. Beide Tunnels sind zu dieser Zeit noch im Bau oder erst projektiert. Im Juragebiet wird eine direkte Linienführung ohne starke Neigung benötigt. Hier plant Bern einen 8 Kilometer langen Basistunnel durch die Jurakette zwischen Grenchen und Moutier.
Beide Varianten werden schliesslich gebaut. Und doch, die Rechnung geht für beide Jura-Bahnen am Schluss nicht auf. Kaum sind die beiden Tunnels in Betrieb, geht ihre Bedeutung mit dem Ende des 1. Weltkrieges und der Rückgabe von Elsass und Lothringen an Frankreich auf ein Minimum zurück. Der Grenzübergang Delle und die mit ihm verbundenen Juralinien werden auf einen Schlag unwichtig für den internationalen Transitverkehr. Basel und Saint-Louis werden bevorzugt.
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Noch mehr Geschichte
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