Ein rundes Jubiläum: 100 Jahre «Lötschbergtunnel»

Durchstich des Lötschbergtunnels

Ein grosser Augenblick:

Durchstich des Lötschbergtunnels

am 31. März 1911

«Horch, was kommt von draussen rein?» Vier Jahre nach Baubeginn vernehmen Mineure auf de Tunnel-Nordseite ein verdächtiges Rattern. Es sind die Druckluft-Stossbohrmaschinen der anderen Seite.

Bei jeder neuen Sprengung hofft man jetzt auf den Blick nach drüben und gleichzeitig fragt sich der leitende Oberingenieur Ferdinand Rothpletz voller Bangen, ob wohl die Tunnelachse stimme… Hat sich Professor Baeschlin nach den wegen eines Unfalls notwendig gewordenen Korrekturen etwa geirrt?

«Durch!» Der Ausruf ertönt am frühen Morgen des 31. März 1911: Um 3.55 Uhr erscheint im Nordstollen ein mit einem Nelkensträusslein geschmückter Bohrer. Ein erster Gruss von Oberingenieur Moreau, dem verantwortlichen Fachmann der Südseite. Durch ein faustgrosses Loch vereinbaren Moreau und Rothpletz, dass die Mineure der Nordseite die letzte Hürde, die noch 80 Zentimeter dicke Scheidewand sprengen dürfen. Gegen fünf Uhr morgens ist es so weit. – Sobald Staub und Rauch genügend Sicht freigeben, reichen sich die beiden Oberingenieure auf dem Schutthaufen die Hand. Bald darauf umarmen sich in wildem Durcheinander die von Freudentaumel ergriffenen Arbeiter und Mineure beider Seiten.  Im Luftstrom, der sich spürbar vom Berner Oberland ins Wallis ergiesst, wird mit Champagner angestossen. Die seitliche Abweichung der Stollenachsen and er Durchbruchstelle betrug lediglich 247 Millimeter, die Höhenabweichung 102 Millimeter…

Die spannende Geschichte zum Bau des Lötschbergtunnels erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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